Unterhaltung
 Im Gespräch mit Paul Weiter
Würde man eine Statistik erstellen, welche Person in 100 Jahren «Schweizer Kavalleristen»/Kavallo am häufigsten erwähnt wurde, stünde Paul Weier wohl an der Spitze. Die Geschichte des Schweizer Pferdesports im 20. Jahrhundert ist untrennbar mit seinem Namen verbunden. Der Elgger Kavallerie-Offizier und Olympiareiter war nicht nur der erste Schweizer, der die Grossen Preise von Aachen und Rom gewann, er ist bis heute der einzige, der Schweizer Meister in drei Disziplinen wurde. Weier prägte die Ausbildung von Generationen von Reitlehrern, war auf über 125 Plätzen in 42 Ländern Parcoursbauer und führte bei der FEI das Stewarding ein. Heute bereist der 75-jährige als Berater die Welt, um die Entwicklung seines geliebten Pferdesports weiter zu fördern.



Paul Weier. Foto: Jacques Toffi


Zwischen seiner Rückkehr aus Vietnam und Thailand und dem Abflug nach Doha in der Woche vor Weihnachten liegen genau zwei Tage. «Trotzdem können wir uns gerne zum Interview treffen», schreibt Paul Weier auf die Kavallo-Anfrage per Email aus Vietnam. Er müsse nur zuerst in Elgg die Post sortieren. Zum Gespräch erscheint er mit einem Laptop in der ledernen Aktentasche. Auf diesem hat er die Email aus Vietnam geschrieben und ist weltweit mit den vielen Pferdesport-Veranstaltern verbunden, denen er als Berater dient. Auf dem Laptop befinden sich auch wahre Schätze an akribisch zusammengetragenen Daten, Statistiken und PowerPoint-Präsentationen mit eigenen Fotos und Filmen, z. B. über die Entwicklung der Geländesprünge bei den Olympischen Spielen oder der Evolution im Parcoursbau.
Im Gespräch ruft er blitzschnell eine Datei auf, wenn er sich an ein Detail nicht mehr genau erinnert. Perfektion und Präzision waren Paul Weier nicht nur als Pferdesportler, Ausbildner und Parcoursbauer wichtig, sie sind es ihm auch bei seinen Aussagen. Zuerst habe er sich gegen diese Elektronik gewehrt, schmunzelt der 75-jährige. Doch als man ihn einmal in Neuseeland fast nicht mehr ins Flugzeug steigen liess, weil er zu viele Kilos an Akten mitschleppte, wurde es Zeit für dieses Gerät. Und nachts, wenn er wach ist, weil sein Körper aufgrund der vielen Fliegerei mal wieder nicht weiss, wo er sich gerade befindet, dann arbeitet er weiter an seinen Chroniken des Pferdesports.

Neugierig geworden? Mehr über Paul Weier, seinen Werdegang, seine sportlichen Erfolge usw. erfahren Sie im aktuellen KAVALLO.

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