Seite 6 - Kavallo Flippingbook Projekt

Basic HTML-Version

HAUPTTHEMA
Pferdezucht
Schweiz
6
Kavallo 1-2/2016
angalarga Marchador, Bri-
tish Spotted Pony, Paso Pe-
ruano, Irish Cob, Achal-Tek-
kiner oder American Miniature Hor-
se – von der Globalisierung ist auch
die Schweizer Pferdezucht mehr und
mehr geprägt. Die bei den einst tradi-
tionell staatlich geförderten Rassen
Freiberger, Warmblut und Haflinger
sinkenden Geburtenzahlen werden
durch Fohlen aus den Nischenzuch-
ten praktisch ausgeglichen. Erstaun-
lich ist das nicht, spiegelt diese Ent-
wicklung doch nichts anderes als die
in der helvetischen Pferdeszene be-
reits vor Jahren eingetretene Vielfalt.
Und längst nicht alle neuen Rassen
scheinen als Freizeitvergnügen ge-
züchtet zu werden: Arbeitspferde wie
der Trait Comtois, Percheron oder
Kaltblüter allgemein legten 2015 ge-
genüber dem Vorjahr zu. Weniger
von Zucht als vielmehr von Liebha-
berei ist bei all jenen Rassen zu spre-
chen, die auf nicht mehr als zehn
Fohlen kommen. Und das ist die gros-
se Mehrheit.
Wenn bei einem Pferdebestand
von gut 100000 Equiden und einem
Durchschnittsalter von etwas unter
zwölf Jahren ausgegangen wird, lässt
sich ein Remontierungsbedarf von
rund 10000 Tieren ausrechnen. Zieht
man davon noch das jährliche und je-
weils bereits im Spätsommer ausge-
schöpfte Importkontingent von 3822
Stück ab, fehlen unseren Pferdesport-
lerinnen und -sportlern theoretisch
noch 6178 Pferde, Ponys und Esel, um
die leeren Ställe wieder füllen zu kön-
nen. 4629 Fohlen wurden 2014 bei der
Tierverkehrsdatenbank registriert, et-
was weniger wird für dieses Jahr er-
wartet. Wo aber liegen die Gründe,
weshalb die Fohlenzahlen trotz dieser
vielversprechenden Marktverhältnis-
se rückläufig sind?
CH-Zucht mit erfreulichen
Aspekten
Am Schluss des Zuchtjahres 2015 im
Bereich CH-Warmblut bleiben ge-
mischte Gefühle, obschon durchaus
positive Zeichen gesetzt wurden, zu-
4629 Fohlengeburten waren 2014 bei der nationalen Equiden-Datenbank
gemeldet worden, im eben zu Ende gegangenen Jahr dürften es erneut etwas
weniger sein. Allerdings verzeichnen nicht alle Rassen abnehmende Zahlen.
Den einst staatlich geförderten Rassen ist aber starke Konkurrenz durch über
50 andere Typen erwachsen und gleicht deren Rückgang praktisch aus.
text
Heinrich Schaufelberger, Thomas Frei
fotos
Helen Marti, Valeria Streun, ElisabethWeiland
Globalisierter
Kindergarten
M
Auch CH-Pferde können ganz
oben ankommen: Glock’s Flirt ex
Flirt de Lully gewann kürzlich mit
Hanspeter Minderhoud die
Weltcupprüfung in Göteborg.