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EDITORIAL
Thomas Frei
Chefredaktor
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Kavallo 1-2/2016
Ponys liessen sich
Mitte des letzten
Jahrhunderts praktisch noch an einer
Hand abzählen. Und auch Isländer
fanden denWeg von der Insel in die
Schweiz erst vor gut 50 Jahren. Heute
liegen sie in der Jahresstatistik der
Fohlengeburten weit vorne. Oder wer
hätte sich je vorstellen können, dass in
der Alpenrepublik einmal Curly Horses,
Criollos oder Appaloosas gezüchtet
würden? Über das Hippo-Geschäft
sichern zwar nur noch wenige ihr Aus-
kommen, viel Geld wird aber für dieses
oder jenes Pferd locker gemacht, mit
demman glücklich zu werden hofft.
Der wachsende Pferdebestand
hängt
stark mit dem immer bunter werden-
den Rassenmix zusammen.Wer sich
einmal für ein mächtiges Shirepferd
entschieden hat, geht nie und nimmer
auf dem traditionellen Markt auf Part-
nersuche. Für die einst marktbeherr-
schenden Zuchtverbände kommt diese
Entwicklung einer Neupositionierung
gleich – es werden zwar immer mehr
Pferde gezählt, die Nachfrage nach
ihren Produkten hingegen steigt nicht.
Der Freiberger als Urschweizer
oder
«einzige echte Eidgenosse», wie er
Ende der 1920er-Jahre von Bundesrat
Scheurer gelobt wurde, profitiert von
den sich wandelnden Bedürfnissen.
Ist es nicht eine Freude, wenn das
einstige kommune Arbeitspferd, das
in der Armee den Unteroffizieren als
Reittier diente, für die Offiziere aber zu
wenig edel war, sich einer wachsenden
Beliebtheit erfreuen darf und im welt-
umspannendenWeb Fribi-Homepages
aufgeschaltet werden? Pferdezucht
wird nicht mehr von wirtschaftlichen
Überlegungen geprägt, Reiten und
Fahren allein vermögen das Hobby
Pferd nicht auszufüllen.Was das Herz
von Pferdefreunden begehrt, zeigt sich
in der von grossen Sympathien für seine
Rasse geprägten Zucht und wird immer
stärker zum bestimmenden Faktor.
Was das Herz
begehrt
Internationale Fachmesse
12.-14. Februar 2016
Messe Friedrichshafen
Pferd
Boden
see