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Kavallo 1-2/2016
HALTUNG
Kurtz wird mit diesem Sozialgitter
sehr viel erreicht: «Die sehr menschen-
bezogenen Pferde können damit indi-
viduell gehalten werden, kommen
aber dennoch zu viel mehr Sozialkon-
takt als bei geschlossenen Wänden
oder engen Gittern. Und weil Pferde
eigentlich nicht für einen 24-Stunden-
Tag trainiert sind, finden sie in einer
solchen Aufstallung auch ihre Ruhe.»
Ein Pensionsstall rentiert aber
nicht nur mit zufriedenen Pferden,
die Aufstallung soll die monatlich
brav ihren Obolus entrichtenden Besit-
zer ebenso glücklich machen. Wie,
lautete deshalb die Frage an die Weier-
hof-Besitzerin Nathalie Spörri, haben
die Kundinnen und Kunden auf diese
baulichen Massnahmen reagiert? «Die
Pensionäre waren zu Beginn sehr skep-
tisch und haben gefragt, ob keine Ver-
letzungsgefahr bestehe», erinnert sie
sich. Die seither gemachten Erfahrun-
gen sind durchwegs positiv: «Wir hat-
ten noch kein Pferd, das sich verletzt
hat. Auch eines unserer Schulpferde,
welches ein Stockmass von 185 cm hat,
fühlt sich wohl und kommt mit den
Zwischenstangen sehr gut zurecht.»
Nach den Worten von Nathalie Spörri
vermittelt es den Pferden ein Herden-
gefühl. Für die Pferde scheint es auch
immer interessant zu sein, dem Nach-
bar in die Box zu schauen und wenn
möglich ein paar Halme Stroh oder
Heu stibitzen zu können. Dank der
durchlässigen Trennwand können sie
sich mehr beschäftigen, haben aber
trotzdem die Möglichkeit, sich hinter
die geschlossene Wand zurückzuzie-
hen. Die Pferde werden hinter der ge-
schlossenen Wand gefüttert, sodass sie
in Ruhe ihr Heu fressen können.
Offen- und Aussenplatz beieinander:
Ein Griff und die zurückgeschobene
Schiebetür macht aus zwei Boxen einen
Gruppenlaufstall mit doppeltem
Aussenplatz.