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Kavallo 9/2015
Fazit:
auch in verzweifelten Situationen
keine gut gemeinten und in Festzelten
besungene Schnellschüsse auf Kosten
der Gesundheit.
«Wegstellen» – kaum hilfreich
Zu guter Letzt ist aber auch noch das
früher ebenso besungene «Wegstellen»
des Pferdes für einigeWochen (oder
Monate) zu erwähnen. Bei fast allen
Pferdärzten ist man sich einig, dass
diese Art der Therapie beim heutigen
Gebrauch und der entsprechenden Hal-
tung der häufig hoch im Blut stehen-
den Pferde sehr selten, das heisst nur
bei ganz wenigen Diagnosen, hilfreich
ist.Wie beimMenschen ist dagegen
eine genau definierte, kontrollierte
Bewegung unerlässlich für Physis und
Psyche des rekonvaleszenten Partners.
Fazit:
Nicht nur bei Automobilen, auch
bei Pferden können «Standschäden»
auftreten!
Befund wird die Tierärztin den Ent-
scheid über das weitere Vorgehen
treffen.
Fazit:
Nicht jedes Pferd, das auf der
geraden Linie und befestigtem Boden
nicht lahm geht, hat keine Probleme
mit dem Bewegungsapparat.
Einmal richtig fordern – nein
Häufig wird man als involvierter Tier-
arzt auch mit der Situation konfron-
tiert, dass der Fortschritt nicht dem
erhofften Verlauf entspricht. Die früher
im kavalleristischen Umfeld gängige
Lösung, der liebe Eidgenoss müsse nun
einmal richtig gefordert werden, dann
sehe man sehr schnell, in welche Rich-
tung es gehe, ist noch nicht gänzlich
ausgerottet. Das Vorgehen ist zwar
menschlich irgendwie nachvollziehbar
und pragmatische Ansätze sind nicht
per se abzulehnen. In dieser Situation
sollte aber darauf verzichtet werden,
denn das Resultat ist zumeist klar: Die
Sehnenzerrung oder was auch immer
die Ursache der Lahmheit gewesen
war, wird sehr schnell und sehr intensiv
aktiviert, das heisst dem Pferd Schaden
zugefügt.
Kürze die Arbeit wieder aufnehmen zu
können.
Fazit:
Beurteilung durch unabhängige,
kompetente Hilfsperson hilft nicht
immer der Besitzerin, häufig aber dem
Pferd …
Gerade geradeaus – Vorsicht!
Eine weitere heikle Situation ergibt sich
bei Pferden, die prima vista gerade
gehen, bei genauerer Betrachtung aber
einfach vorne beidseits die gleich gros-
sen Schmerzen haben. Sie zeigen meist
einen sehr kurzen Gang vorne beidseits
und werden deshalb nicht immer als
lahm erkannt.Weitere Abklärungen,
wie zum Beispiel der Trab auf der klei-
nen Volte an der Hand auf weichem
Boden, ergeben dann aber recht schnell
Gewissheit, dass der Patient noch nicht
gesund ist. Das Tier wird auf der linken
Volte vorne links eine Lahmheit zeigen,
auf die rechte Seite folgerichtig vorne
rechts. Nun spielt es eine entscheiden-
de Rolle, ob das Pferd schon vor dem
Beginn der Rekonvaleszenz beidseitig
angeschlagen war oder ob sich das
Bild erst während der Therapie und der
Ruhephase entwickelt hat. Je nach
Tierarzt
RATGEBER
Christoph Wegmann
Dr. med. vet. FVH
Equidoc GmbH
Ab auf dieWeide und für eine
gewisse Zeit vergessen? Beim
heutigenWissensstand keine
besonders hilfreiche Therapie.