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Vorschau EM Aachen
SPORT
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Kavallo 8/2015
Springen
Es geht um Rio!
Im Springreiten ist der Ausgang der
Wettbewerbe, die in der zweiten EM-
Hälfte stattfinden, offen; es gibt meh-
rere Teams und Einzelreiter, denen
eine Medaille zuzutrauen ist – an ei-
nem guten Tag liegt auch für die
Schweiz Edelmetall drin. Zeitsprin-
gen, Nationenpreis und Einzelfinale
werden auf höchstem Niveau stattfin-
den und versprechen Hochspannung.
ImNationenpreis wird diese nicht nur
durch den Titelkampf geschürt: Für
die Schweiz, Grossbritannien, Irland,
Belgien, Spanien und Italien, die sich
alle nicht direkt für die Olympischen
Spiele 2016 qualifizieren konnten,
geht es um die letzten drei Olympia-
Tickets. «Die Qualifikation für Rio ist
unser primäres Ziel. Dafür werden wir
alles geben, auch wenn es schwer zu
erreichen ist», sagt Andy Kistler, Equi-
penchef der Schweizer Springreiter.
Zuversichtlich ist er dennoch, sind sei-
ne Reiter doch ausgezeichnet in die
Freiluftsaison gestartet. Von den bis-
her sechs Grossen Preisen an Division-
1-CSIOs gewannen die Schweizer die
Hälfte: Steve Guerdat in La Baule, Ro-
main Duguet in St. Gallen und Janika
Sprunger in Falsterbo. «Nun gilt es,
diese tollen Einzelresultate auf das
Team zu übertragen», sagt Kistler. Die
SELKO nominierte am 20. Juli folgen-
de sechs Paare: Steve Guerdat/Nino
des Buissonnets, Martin Fuchs/Cloo-
ney, Pius Schwizer mit Giovanni van
het Scheefkasteel, Romain Duguet/
Quorida de Treho, Paul Estermann/
Castlefield Eclipse und Janika Sprun-
ger mit Bonne Chance. Welche fünf
Paare zur EM fahren, wird nach dem
CSIO in Hickstead Anfang August ent-
schieden.
Dressur
Langsam, aber
sicher vorwärts
Die Dressurreiter eröffnen den sport-
lichen Teil der EM mit dem Grand
Prix, der gleichzeitig auch die Team-
entscheidung ist. Einzelmedaillen
werden zweimal vergeben: im Grand
Prix Spécial und in der Kür. Prognosen
sind im Sport immer schwierig, doch
zurzeit ist eines klar: Wenn die Britin
Charlotte Dujardin, die den Dressur-
sport seit zwei Jahren dominiert,
nicht von ihrem Valegro fällt, wird sie
Europameisterin. Und verteidigt zum
ersten Mal einen der Einzeltitel, die
sie alle innehält. Bei den Teams wer-
den die alten Rivalen Deutschland
und Niederlande sowie die Briten die
Medaillen unter sich verteilen. Die
Schweizer Dressurreiterinnen sind
von einem Eingreifen in diese Ent-
scheidung weit entfernt, auch wenn
es gemäss der neuen Equipenchefin
Geneviève Pfister «langsam, aber si-
cher vorwärtsgeht» im helvetischen
Dressursport. Die Selektionskommis-
sion Dressur, die erstmals seit gerau-
mer Zeit wieder eine Auswahl hatte,
nominierte Mitte Juli folgende Teil-
nehmerinnen: Schweizer Meisterin
Anna-Mengia Aerne-Caliezi, Hom-
brechtikon, mit Raffaelo va Bene, die
damit zum ersten Mal an einem inter-
nationalen Titelkampf teilnimmt; Ca-
roline Häcki, Obfelden ZH, mit Rigo-
letto Royal CH; Marcela Krinke Sus-
melj, Ebikon, mit Smeyers Molberg,
sowie Birgit Wientzek Pläge, Balm b.
Günsberg, mit For Compliment.
Foto: M. Strauch/Aachen 2015
die besten Pferdesportler des Konti-
nents in den Disziplinen Springen,
Dressur, Fahren, Voltige und Reining
vom 11. bis 23. August.
420 Athleten und 720 Pferde
Anfang Juli haben die Aufbauarbeiten
auf der Soers begonnen. Neben den
bestehenden Anlagen werden zahlrei-
che Einrichtungen temporär aufge-
baut – dafür sind über 30 Bauarbeiter
im Einsatz. Alleine im Ausstellungsbe-
reich, dem «Village», werden neben
diversen Party- und Grosszelten über
200 der typischen weissen Pagoden-
zelte errichtet. An der Westseite des
Deutsche-Bank-Stadions entsteht ein
zusätzlicher überdachter Trainings-
platz für die Dressur- und Springrei-
ter. Die Infrastruktur muss einiges be-
wältigen können: Erwartet werden bis
zu 450000 Besucher sowie 420 Athle-
ten mit insgesamt 720 Pferden. Unter
den rund 30 teilnehmenden Nationen
wird die Schweiz, die in sämtlichen
fünf Disziplinen vertreten ist, eine der
grösseren Delegationen entsenden.
Auch Maskottchen Karli freut
sich bereits auf die EM 2015 in Aachen.