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Kavallo 6/2015
150 Jahre
mit demPferd und für das Pferd
ZKV und EMPFA – nicht ohne den anderen
von
Pierre-Eric Jaquerod
Immer mehr Reiterinnen und Reiter, immer mehr
Fahrerinnen und Fahrer, immer mehr Turniere – diese
Entwicklung schrie förmlich nach immer mehr
Ausbildern und Organisationshilfen.Wer aber sollte
1972 nach der Abschaffung der Kavallerie für die
Ausbildung der Übungsleiter in den Kavallerie- und
Reitvereinen zuständig sein? Die geschrumpfte EMPFA war
damals nicht mehr in der Lage, die Lücken zu füllen, sie hatte
genug mit sich selbst zu tun! Die Antwort darauf lieferte der
ZKV, als er 1976 ein Neukonzept für die Ausbildung der Vereins-
trainer vorlegte. Der Vereinstrainer wurde als «Amateurreitleh-
rer» angesehen, der in Vereinen für die Basisreiterei schauen
konnte, wo kein Berufsmann zur Verfügung stand. «Pädagogi-
sche und charakterliche Eigenschaften» wurden deshalb
verlangt, um die Aufgabe als Reitlehrer und Vorbild zu erfüllen.
Zur treibenden Kraft dieser Idee wurde Ueli Schenk, ZKV-Ehren-
mitglied und ein Freund der EMPFA. Er bat mich, die Kurse der
ZKV-VT auszuarbeiten und zu organisieren. Gesagt, getan – das
Konzept wusste später die anderen Regionalverbände
und den Pferdesportverband zu überzeugen. Die
Beziehung war eng und freundschaftlich, wir be-
fruchteten uns gegenseitig, auch zumVorteil der
EMPFA, die eine weitere neue Herausforderung
gefunden hatte. Natürlich fand diese ganze Ausbil-
dungsbewegung Nachahmer, zunächst beimVoltige und
Fahren, und stets stand die EMPFA imMittelpunkt. Alle wollten
in die EMPFA, weil sie günstig lag und über eine gute Infra-
struktur verfügte. Die Bereiter der EMPFA konnten der neuen
Organisation wegen nicht mehr so stark im Sport aktiv sein wie
früher. Hingegen halfen sie bei allen in der EMPFA stattfinden-
den Kursen mit und wurden somit «neue» Träger hippologi-
schenWissens und Könnens. Der Einfluss der EMPFA im ZKV-
Gebiet war gross, er hat sich gewandelt und entwickelt, blieb
aber immer bedeutend. Noch heute sind «Ehemalige» aktiv
und tragen mit ihremWissen dazu bei, den echten, alten und
guten «Rösselergeist» aufrechtzuerhalten.
Das Pferd nie aus den Augen verlieren
von
Eva Gygax Künzli, Präsidentin ZKV
Als im Jahr 1865 sechzehn Kavallerieoffiziere in Bern
den Zentralschweizerischen Kavallerieverein gründe-
ten, stand die Förderung der reiterlichen Fähigkeiten
im Zentrum ihres Handelns. An diesem Grundsatz
hat sich bis heute nichts geändert. Die wunderbare
Kreatur Pferd stand damals wie heute imMittel-
punkt. Es ist für das Pferd ein Segen, wenn es eine seriöse
Ausbildung geniessen darf und sich auf seinen Partner Mensch
verlassen kann. Als ZKV-Präsidentin ist es mein grösstes
Anliegen, dass wir diesen Fokus nie aus den Augen verlieren. Es
ist die Aufgabe des ZKV-Vorstandes, seine Mitglieder auf
diesemWeg zu unterstützen – sei es mit einem vielfältigen
Kursangebot, der Ausbildung der Vereinstrainer oder bei der
Organisation von Veranstaltungen.Wir orientieren uns an dem
Leitsatz:Wir investieren in die Zukunft. Da versteht es sich von
selbst, dass in unserem Regionalverband ein besonderes
Augenmerk der Nachwuchsförderung gilt. Obwohl der Grund-
gedanke des ZKV bis heute besteht, gibt es doch
einiges, was sich in den letzten 150 Jahren verändert
hat. Mit zunehmender Besiedlung wird das Pferd
immer mehr an den Rand gedrängt – wir Rösseler
müssen gemeinsam dafür einstehen, dass das Pferd
weiterhin einen festen Platz in unserer Gesellschaft
hat. Ein weiterer Punkt, der uns als Regionalverband herausfor-
dert, ist die Vielfalt der Zusammenarbeit mit dem Pferd. Für uns
ist es wichtig, dass wir alle Rösseler – egal welche Disziplin
ausgeübt wird – mit unseren Anliegen erreichen können. Der
Faktor Zeit spielt in unserer Gesellschaft eine enorm grosse
Rolle. Aber genau Zeit sollten wir nicht sparen, wenn wir uns
mit unseren Pferden beschäftigen. Die Pferde bedanken sich für
die erhaltene Zeit und beschenken uns mit wunderschönen
Momenten. Der ZKV feiert nach 150 Jahren ein grosses Fest. Es
würde mich freuen, wenn am 20. Juni möglichst viele Rösseler
mit uns feiern würden!