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GESTÜTE EUROPAS
Altefeld
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Kavallo 6/2015
D
as jüngste deutsche Hauptge-
stüt liegt zwischen Eschwe­-
ge und Eisenach auf einem
Hochplateau am Rande des Werratals.
Schon Friedrich Barbarossa soll im 12.
Jahrhunderts hier auf dem sogenann-
ten Ringgau Pferde gezüchtet haben.
Die Bedingungen für die Zucht von
gesunden, leistungsstarken Pferden
hätten anderswo kaum besser sein
können. Den Untergrund des Plateaus
bildet Muschelkalk mit sehr schwe-
ren, teils tonigen Lehmböden. Das
Wasser ist stark kalkhaltig, ein Um-
stand, der sich positiv auf das Kno-
chenwachstum auswirkt.
Die wichtigste Aufgabe der staatli-
chen Pferdezucht Preussens bestand
darin, starke, korrekte Beschäler für
die Haupt- und Landgestüte zu züch-
ten. Der Einsatz von Vollblut spielte
dabei eine tragende Rolle. Um den
steigenden Bedarf an Veredlerhengs-
ten für die preussischen Staatsgestüte
zu decken, kaufte die Preussische Ge-
stütsverwaltung 1913/14 das Gelände
von Landgraf Chlodwig von Hessen.
Das staatliche Vollblutgestüt sollte
von Graditz nach Altefeld verlegt wer-
den. Man hoffte, die edlen Leistungs-
pferde würden in 400 Metern Höhe
besser gedeihen als im feuchtwarmen
Schwemmland der Elbe.
Gesamte Erfahrung eingebracht
Unter der Leitung des Preussischen
Oberlandstallmeisters Burchard von
Oettingen, der von 1895 bis 1912
Landstallmeister in Trakehnen gewe-
sen war und seine dort gewonnenen
Erfahrungen in die Planungen Alte-
Altefeld ist das letzte grosse Gestüt, das die Preussische
Gestütsverwaltung noch während des ErstenWeltkriegs
anlegte.Wie viele Orte entlang des Eisernen Vorhangs
führte auch Altefeld lange ein Dasein im Schatten der
innerdeutschen Grenze. Die heutige Eigentümerfamilie
Graf hält das hippologische Erbe lebendig.
In der Tradition
Trakehnens
text
Alexandra Lotz
fotos
Alexandra Lotz, Archiv Altefeld