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Kavallo 5/2015
sagt Wildhaber. Schliesslich mussten
sie es einschläfern lassen. Alle im Stall
hätten geweint – sogar der Tierarzt.
«Aber wenigstens durfte es in Würde
sterben.»
Oft auch falsche Tierliebe
Angela Wildhabers Engagement für
den Tierschutz sprach sich herum
und so wurde sie 2011 von einer be-
freundeten Tierärztin angerufen. In
einem baufälligen Stall im Tessin hat-
te das Veterinäramt neun verwahrlos-
te Ponys und ein Kleinpferd gefunden.
Die Ponys hatten sich unkontrolliert
vermehrt, waren abgemagert und
konnten sich kaum auf den Beinen
halten. Drei der Tiere haben Wildha-
bers damals bei sich aufgenommen,
nur zwei haben überlebt. Darunter
auch der kleine Hope – das Maskott-
chen der heutigen Auffangstation.
«Dieser Fall hat uns dazu bewogen,
die Auffangstation zu gründen», sagt
Wildhaber.
«Es ist nicht immer böser Wille,
sondern auch falsch verstandene Tier-
liebe», weiss Wildhaber von verschie-
denen Fällen. Das Kinderpony Gipsy
kam auf den Hof, weil es «plötzlich»
begonnen hatte, die Kinder zu beis­
sen. Hier übt die Stute mit der 14-jäh-
rigen Olivia, die ihre ganze Freizeit
auf dem Hof verbringt, kleine Kunst-
stücke oder geht am Wagen. Für die
Ponys hat sie extra das Fahrbrevet ge-
macht. In der Scheune stehen Kut-
schen in verschiedenen Grössen und
im Winter ziehen die Tiere Schlitten
durch den Schnee. «Aus einer Pflicht
wurde Leidenschaft», sagt sie und
lacht. «Ich hätte nie gedacht, dass mir
REPORTAGE
Ponyparade auf der Wippe (oben)
– acht Ponys und zwei Esel leben
zurzeit in der Auffangstation Hope in
Bad Ragaz. AngelaWildhaber (unten)
mit dem Pony Hope, das der
Auffangstation den Namen gab.