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Kavallo 5/2015
2013 in Göteborg verpasste er den Ti-
tel jeweils ganz knapp und wurde
Zweiter.
Der Sieg von Steve Guerdat ist der
dritte Schweizer Triumpf in der
37-jährigen Weltcupgeschichte: 2001
gewann Markus Fuchs mit Tinka’s Boy
in Göteborg und Beat Mändli im Jahr
2007 mit Idéo du Thot in Las Vegas.
Dramatische Schlussrunde
Der 32-Jährige hatte für die Finalteil-
nahme auf Albführens Paille de la Ro-
che gesetzt, die mit Kannan den glei-
chen Vater wie sein Olympiapferd Ni-
no des Buissonnets hat. Die 12-jährige
Franzosenstute, die zuvor unter Alex-
andra Fricker ging, wird Guerdat seit
dem Frühling 2014 vom Hofgut Alb-
führen in Dettighofen, unweit der
Schweizer Grenze, zur Verfügung ge-
stellt. «Paille war den ganzen Winter
über in jedem Grand-Prix ausser in
Bordeaux fehlerfrei. Ausserdemmöch-
te ich Nino für die EM schonen», er-
klärte er die Wahl seines Finalpferdes.
Das Paar zeigte von Beginn an einen
starken Wettkampf. Das Zeitspringen,
das vom 19-jährigen Iren Bertram
Allan gewonnen wurde, beendeten sie
auf Rang 5. Nach dem Sieg in der
­zweiten Wertungsprüfung übernahm
Guerdat die Führung im Zwischen-
klassement mit demUS-Reiter Richard
Fellers. In der ersten Runde des fina-
len Grand Prix zeigten sich die beiden
bestechend sicherer und absolvierten
eine von nur sechs fehlerfreien Run-
den. Seine Konkurrenten zollten dem
schweren, nicht gerade pferdefreund-
lichen Kurs Tribut: Rich Fellers fiel
er Blick nach seinem Ritt
sprach
Bände:
Unsicher
schaute Steve Guerdat zur An-
zeigetafel. Hat die Zeit gereicht? Sie
hatte – und auf seinem Gesicht zeich-
neten sich Erleichterung und unbän-
dige Freude ab. «Auf diesen Moment
habe ich so lange gewartet!» Drei Jah-
ren nach seinem Olympiasieg gewann
der Jurassier endlich den Weltcup­
final, der ganz oben auf seiner Priori-
tätenliste gestanden hatte. Mehr als
einmal war er ganz nah dran an die-
sem Sieg. Bei seinem Debüt, das vor
zehn Jahren ebenfalls in Las Vegas
stattfand, war er Sechster. Zwei Jahre
später sprang er an gleicher Stätte auf
Rang 3. 2012 in s’Hertogenbosch und
Der Olympiasieger ist nun auchWeltcupsieger:
Steve Guerdat gewann im neunten Anlauf, nachdem er
bereits drei Mal auf dem Podest stand, endlich die
langersehnte Trophäe. Doch auch in Las Vegas war sein
letzter Ritt dramatisch wie ein Thriller. Eine klare
Sache war hingegen der Dressurfinal, den die Britin
Charlotte Dujardin mit ihrem unglaublichen Valegro
nach Belieben dominierte.
text
Angelika Nido Wälty
fotos
Stefan Lafrentz/Valeria Streun
«Auf diesenMoment
habe ich so lange gewartet!»
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Weltcupfinals