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AKTUELL
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Kavallo 3/2015
AuchRösseler sindCharlie
Weltweit war die Anteilnahme gross
nach dem Attentat auf das Redaktions-
büro des französischen Satiremagazins
Charlie Hebdo, bei dem in Paris zwölf
Menschen getötet wurden. Auch die
Pferdesportszene zeigte Solidarität: Am
Sonntag nach demTerroranschlag stand
auf der Rennbahn Paris-Vincennes der
Rennbetrieb minutenlang still. Die Or-
ganisatoren und Zuschauer gedachten
der Opfer und die Aufschrift auf einer
Pferdedecke drückte aus, was alle dach-
ten: «Nous sommes Charlie» – «Wir sind
alle Charlie». Gepostet und geteilt hat
das Foto der französische Pferdesport-
Journalist Pascal Renauldon.
Auf einer Pariser Rennbahn
wurde der Opfer der
Terroranschläge gedacht.
Widerstandgegen
Kurz-Grand-Prix
Die FEI diskutiert seit Längerem darüber,
die Grand-Prix-Programme zu kürzen, um
die Dressur attraktiver für das Fernsehen
zu machen. Neue Programme wurden ent-
wickelt und Mitte Februar bei einem Semi-
nar in Warendorf getestet. Doch in der
Dressur-Hochburg Deutschland regt sich
der Widerstand: Das Internetportal www.
dressursport-deutschland.de hat eine Pe-
tition lanciert, mit der die FEI dazu ge-
bracht werden soll, auf diese Absichten zu
verzichten. «Wohl kein Fernsehsender die-
ser Welt wird mehr Dressursport zeigen,
weil die Aufgaben statt wie bisher etwa
sechs dann fünf oder viereinhalb Minuten
dauern», schreiben die Verantwortlichen
des Portals. Eine entsprechende Stellung-
nahme von den Öffentlich-Rechtlichen
Fernsehanstalten würde bereits vorliegen.
Weiter wird an den verkürzten GP Spécial
bei den Olympischen Spielen in London er-
innert: «Das war kein Plus für den Dressur-
sport, sonst wäre er kaum sofort danach
wieder eingestellt worden.» Unterstützen
kann man die Petition auf: www.dressur-
sport-deutschland.de.
Boyd Exell gewinnt zum6.Mal denVierspänner-Weltcup
Im französischen Bordeaux fand am zwei-
ten Februar-Wochenende der Weltcup-Fi-
nal der Vierspänner-Fahrer statt – ohne
Schweizer Beteiligung. Der Sieg ging zum
sechsten Mal an Boyd Exell, der damit
alleiniger «Rekord-Sieger» wird. Michael
Freund (GER) hatte es auf fünf Weltcup-Ti-
tel gebracht. Der Australier war zwar durch
eine Verletzung an der Hand etwas gehan-
dicapt, zeigte aber zwei konzentrierte Fi-
nal-Durchgänge. Diese waren die letzten
Fahrten für sein rechtes Stangenpferd Ajax,
liebevoll Junior genannt: Der 25-Jährige
wurde aus dem Sport verabschiedet, in-
dem Boyd Exell ihn nach der Siegerehrung
aus der Arena führte. Rang 2 ging an den
Deutschen Christoph Sandmann, Dritter
wurde der Holländer Ijsbrand Chardon. Die
zweitletzte Weltcup-Qualifikation der
Springreiter wurde vom 19-jährigen Iren
Bertram Allen mit Romanov gewonnen.
Zweiter war der Deutsche Ludger Beer-
baum mit Chaman vor seinem Landmann
Marcus Ehning mit Singular La Silla. Pius
Schwizer, der noch nicht für den Final qua-
lifiziert ist, konnte in Bordeaux nicht punk-
ten: Toulago zeigte eine gute Runde, aber
mit einem Abwurf. Dem Oensinger bleibt
nun Ende Februar in Göteborg noch eine
Möglichkeit, um sich noch für Las Vegas zu
qualifizieren.
Foto: Pascal Renauldon
Foto: GCT