Seite 10 - Kavallo Flippingbook Projekt

Basic HTML-Version

28
Kavallo 12/2015
text
Mirjam Kasensky Frei
fotos
zvg
Pferdesport gehört zu den gefährlicheren Disziplinen, belegen die Statistiken
des Bundesamtes für Unfallverhütung. Und weil Pferde nicht nur durchbrennen,
sondern zur Selbstverteidigung auch beissen und schlagen, kann es zu
Verletzungen kommen, bevor man oben sitzt. Ganz auszuschliessen sind Unfälle
im Umgang mit Pferden nie, minimieren lässt sich das Risiko allemal.
Wie gefährlich
ist der Pferdesport?
elm auf, Verschluss zu und mit
der Hand prüfen, ob der Helm
sitzt. Nochmals einen Griff an
die Sicherheitsweste und fühlen, ob
sie passt. Und jetzt nicht von hinten
ans Pferd herantreten. Das kleine Ein­
maleins der Sicherheit gilt nicht nur
für jüngste Reitschüler, zu beherzigen
ist es von allen, die unfallfrei dem ge­
liebten Hobby nachkommen wollen.
Würde man meinen, denn Meldungen
von dramatischen Unfällen lassen
­immer wieder betroffen innehalten,
und verschiedene Statistiken spiegeln
nicht nur den Reitsport, sondern auch
den Umgang mit dem Pferd als beson­
ders risikoreich. Doch Fakt ist: Viele
Unfälle mit Pferden könnten vermie­
den oder deren Auswirkungen zumin­
dest gemildert werden, wenn Mensch
und Tier bestmöglich vorbereitet und
geschützt wären.
Kommt es bei der Ausübung des
Pferdesports häufiger zu Unfällen und
Verletzungen als in anderen Sportar­
ten? Nimmt man die Unfallstatistik
des Bundesamtes für Unfallverhütung
zur Hand, findet sich Reiten bei den
Frauen leider auf dem zweiten Platz.
Doch wenn man die Reitunfälle mit
LEKTION
Risiko Pferd
Grundlage des sicheren Reitens
Ein Reitunfall kann immer passieren, nicht wenige Unfälle können aber vermieden
werden.Wie? In erster Linie über eine gute Ausbildung von Pferd und Reiter. Gute
Ausbildung beim Pferd ist allerdings nicht gleichzusetzen mit korrekter Ausführung
von Trabtraversalen oder fliegenden Galoppwechseln. Gute Ausbildung bezüglich
Sicherheit bedeutet vielmehr, dass es uns im Umgang seine körperliche Überlegen-
heit nicht spüren lässt und unter dem Sattel so viel Vertrauen aufbauen konnte, dass
es auch in heiklen Situationen noch immer auf unsere Hilfengebung reagieren kann.
Das lernt es aber nur, wenn wir es immer wieder sachte an neue und bisher unbe-
kannte Situationen heranführen und es mit diesen vertraut machen. Hat es das im
Lauf der Jahre gelernt, kann es dafür ein Lehrmeister für unerfahrene Reiter werden.
Für uns Reitlehrer ist es stets ein schönes Erlebnis, mitansehen zu können, wenn
erfahrene Schulpferde «mitdenken» und einem Reitschüler durch routiniertes
Verhalten zu mehr Sicherheit im Sattel verhelfen.
Nochmal Glück gehabt mit
einem Bagatellunfall (rechte Seite)
– doch auf Glück allein sollten
sich Reiter nicht verlassen.
tödlichem Ausgang analysiert, liegen
die Männer vor den Frauen. Die Ant­
wort darauf ist leicht zu geben: Män­
ner sind risikofreudiger und kommen
deshalb auch im Reitsport eher ein­
mal in den roten Bereich. Wer also
Pferdesport betreiben und sich keine
Verletzungen zuziehen will, vermei­
det riskantes Reiten.
Aber selbst wer mit noch so viel Vor­
sicht in den Sattel oder auf den Bock