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Kavallo 10/2015
TRAUMPFERD
Kabardiner
ass zwei ursprünglich aus
dem Kaukasus stammende
Kabardiner eine Bleibe in den
Schweizer Bergen gefunden haben, ist
dem lange gehegten Jugendtraum von
Michael Broder zuzuschreiben. Zwar
fand er sein Reiterglück anfänglich
auf dem Rücken von Freibergern,
doch der in einem Buch früh entdeck-
te Kabardiner hatte sich bei ihm defi-
nitiv eingestallt. Und seit Anfang die-
ses Jahres muss er nicht mehr nur von
Kabardinern träumen: Auf den Berg-
weiden im Simmerberg haben sich
der Hengst Grand und die Stute Sekvo-
ja mittlerweile bestens akklimatisiert.
Mit dem Wunsch nach Kabardiner-
pferden ist Michael Broder zudem
nicht mehr allein. Seine Lebenspart-
nerin Martina Zakova begeistert sich
für die Pferde aus dem Kaukasus nicht
weniger. In ihrer früheren Heimat
Tschechien fühlte sie sich schon seit
Kindheit zu den Pferden hingezogen,
begann sechsjährig zu reiten und hör-
te von ihrem Vater, einem ehemaligen
Donkosaken, viel von dieser Rasse. Ihr
erstes Pferd war dann aber eine träch-
tige Freibergerstute, die sie sich nach
ihrer Einreise in der Schweiz gekauft
hatte.
Zu konkretisieren begann sich der
Wunsch nach einem Kabardiner aber
vor gut einem Jahr. Broder, von Beruf
Büchsenmacher, hatte noch eine
Zweitausbildung als Landwirt abge-
Kabardiner lassen sich in der Schweiz
fast an zwei Händen abzählen. Zwei
der kaukasischen Gebirgspferde
leben in den Schweizer Bergen mit
herrlicher Sicht auf den Klöntalersee.
on
Thomas Frei
Pferd mit 1000 Füssen
D
betrieb naturnah führt; dieser ist
wohl das KabardinerzentrumDeutsch-
lands schlechthin. Dort fand Broder
den 8-jährigen Hengst Grand und
liess ihn vor dem Import in die
Schweiz im Januar 2015 auch noch
ankören. Martina Zakova aber war
immer noch auf der Suche nach einer
Stute, die sie schliesslich in ihrer al-
ten Heimat Tschechien finden sollte,
keine 300 Kilometer entfernt von
schlossen und konnte für die Pferde-
haltung einen 5,5 Hektar grossen
Landwirtschaftsbetrieb im Klöntal
pachten. «Wo gibt es Kabardiner?»,
fragten sich die beiden und baten zu-
erst Papa Zakova in Tschechien umHil-
fe. «Kein Problem!», liess er vernehmen
und rühmte die Kabardiner als «Pferde
mit 1000 Füssen!». Angebote kamen
aber keine, sodass Martina Zakova und
Michael Broder selber nach Kabardi-
nern zu suchen begannen und schliess-
lich auch finden sollten.
Ein Glückstreffer war, dass sie auf
Tobias Knoll aus Zenting im Baye-
rischen Wald stiessen, der einen
20 Hektar grossen Landwirtschafts-
Mit Bergen in ihrer Ursprungs-
heimat vertraut sind der
Kabardinerhengst Grand (vorne)
und die Stute Sekvoja.