Tiertransporte bei über 30 Grad nicht mehr erlauben?

Pferdetransporte sind nicht mit allgemeinen Tiertransporten zu vergleichen. Wichtig ist aber, dass sie bei hohen Temperaturen genügend Frischluft haben. (zvg)

Temperaturen von über 30 Grad haben bei uns während der Schweizermeisterschaft Dressur für Schlagzeilen gesorgt. In Deutschland sind es nun offenbar Tiertransporte ganz allgemein, die oberhalb der 30 Grad-Grenze durchgeführt werden? In den vergangenen Wochen haben nämlich gewerbliche Pferdehalter ein Schreiben von Amtsveterinären mit genau diesem Inhalt bekommen. Die Veterinärbehörden beriefen sich auf eine EU-Verordnung, die den Schutz von Tieren beim Transport regelt, sowie auf einen Erlass des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im Land. Entstanden war der Erlass des Ministeriums nach Schlagzeilen über Schlachtvieh-Transporte.
Ob die die Turnierreiter-Branche dadurch in Bedrängnis gerät, will die FN derzeit abklären und nahm Kontakt zum Ministerium auf. Grund: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hält die pauschale Formulierung im Wortlaut, die nahelegt, ein Transport bei Aussentemperaturen von über 30 Grad würde Pferden Leiden zufügen, für falsch.
«Generell verfügen Pferde über eine sehr gute Thermoregulationsfähigkeit», sagt Dr. Henrike Lagershausen, Leiterin der FN-Abteilung Veterinärmedizin und Tierschutz. «Trotzdem ist es bei hohen Temperaturen unabdingbar, dass die Frischluft-Zufuhr im Transporter gewährleistet ist.» Wenn aber die im Merkblatt der FN vermerkten Bedingungen eingehalten werden würden, stehe nichts einem Transport - auch bei mehr als 30 Grad - im Wege.
«Schlachttier-Transporte unter bestimmten Bedingungen sind oftmals nicht tierschutzgerecht, da ist der Erlass auch sinnvoll. Sie sind aber nicht vergleichbar mit dem Transport von Pferden zu Freizeit-, Sport- und Zuchtzwecken», sagt FN Generalsekretär Soenke Lauterbach. Aus diesem Grund hat die FN das Ministerium für ländlichen Raum dazu aufgefordert, Pferdetransporte von dem Erlass des Ministeriums auszunehmen.

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