Wie sich in der Haltung Alarmsignale erkennen lassen

Das Haltungsumfeld ist auf die Bedürfnisse der Pferde abzustimmen. (Foto: zvg)

Mit zwei Referaten hat Margit Zeiler-Feicht von der Technischen Universität München die PFERDfachtagung anlässlich der PFERD in Bern bereichert. Ging sie im einen Referat auf die das Weihenstephaner Bewertungssystem ein, machte sie im zweiten auf erste Alarmsignale bei einer nicht artgemässen Haltung aufmerksam. Zwar existierten in der Pferdehaltung schon seit längerem Bewertungskonzepte, doch diese würden vor allem subjektive Kriterien (fehlende Durchführungs- und Interpretationsobjektivität) beinhalten oder seien noch nicht ausreichend praxistauglich. Das «Weihenstephaner Bewertungssystem» hingegen, das derzeit an der Technischen Universität München-Weihenstephan für die Einzel- und Gruppenhaltung von Sport- und Freizeitpferden entwickelt werde, will Abhilfe schaffen. Das Bewertungssystem basiert auf den drei Grundanforderungen «Artgemässes Verhalten», «Guter Gesundheitsstatus» und «Umweltverträgliche Pferdehaltung». Woran man erkennen kann, dass möglicherweise Defizite bestehen, zeigte Zeitler-Feicht im zweiten Referat auf. Fragen zum Tierwohl bzw. zur Tiergerechtheit von Haltungssystemen werden in der Pferdepraxis immer öfter gestellt. Um diese zu beantworten, sind zum einen Kenntnisse über die Bedürfnisse der Pferde erforderlich, deren Erfüllung Voraussetzung für mögliches Wohlbefinden ist. Zum anderen ist es hilfreich zu wissen, welche Verhaltensauffälligkeiten erste Hinweise auf Mängel in der Haltung oder beim Management geben. Erste Alarmsignale für unzureichende Haltungsbedingungen sind kurzfristig auftretende, spontan unterbrechbare Verhaltensauffälligkeiten. Diese Alarmsignale gelte es ernst zu nehmen. Es sollten sofort Massnahmen ergriffen werden, die das Haltungsumfeld auf die Bedürfnisse der Pferde besser abstimme. Was die Pferdeforscherin aus München zur Haltung zu sagen hat, ist beim «Schweizer Bauer» abzuhören.

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