Wie gross ist der ökologische Hufabdruck?

Die Auszeichnung junger ForscherInnen hat an den Jahrestagungen Tradition. (Foto: sng)

Ist das Pferd das Haustier mit den grössten Auswirkungen auf die Umwelt? Dieser Ende 2018 von einem Schaffhauser Institut aufgestellten Behauptung – Bericht im Kavallo vom 31. Dezember 2018 – wurde nun auch an der 14. Jahrestagung des Netzwerks Pferdeforschung Schweiz am 10. April 2019 in Avenches nachgegangen. Innerhalb der Forschungsgemeinschaft wird diese Aussage diskutiert, zumal auch der ökologische Fussabdruck der Pferdebranche im Zentrum der Aktualität steht.
Das Nationalgestüt von Agroscope organisiert seit 2005 die Fachtagung des Netzwerks Pferdeforschung Schweiz für den Wissensaustausch zwischen Forschung und Pferdebranche. An der Tagung 2019 nahmen 180 Forschende, Studierende, Züchterinnen und Zürcher, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie weitere Experten der Pferdebranche teil. Die ökologischen Auswirkungen der Pferdebranche wurden von der Wissenschaft bisher wenig beachtet, werden aber zunehmend an Aktualität gewinnen.


Pferd und Umwelt: beste Feinde?
Die Zucht und Haltung von Pferden sind energie-, ressourcen- und flächenintensiv. Dabei geht es insbesondere um den Transport von Futter und Einstreu, die für den Unterhalt von Reitplätzen erforderliche Wassermenge oder auch den Verlust von Kulturland durch den Bau von Reitsportanlagen. Auch die Fütterung von Pferden ist für das ökologische Gleichgewicht der Pferdebranche problematisch.
Von Vertretern der Pferdebranche wird daher ein umweltfreundlicherer Ansatz gefordert. In seinem Beitrag zeigte Georg W. Fink aus Deutschland Möglichkeiten einer nachhaltigen Pferdezucht und -haltung auf: geringerer Flächenbedarf dank besserer Planung der Infrastrukturen, Einsatz von Regen- und Quellwasser anstatt Trinkwasser oder Gewinnung von Treibstoff oder Dünger aus Pferdemist.
Im Zentrum der verschiedenen Tagungsbeiträge standen auch neue Forschungsresultate in den Bereichen Zucht, Ethologie, Haltung, Genetik und Pferdemedizin.


Beste Forschungsarbeiten prämiert
Die qualitativ hochstehenden Beiträge zeigten an der 14. Jahrestagung, was für ein dynamischer Bereich die Pferdeforschung ist. Mit wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet werden konnten dieses Jahr:
•    Wissenschaftlicher Preis – beste Präsentation: Ella Nina Novotny
•    Wissenschaftlicher Preis – bestes Poster: Angela Kirchmeier
•    Wissenschaftlicher Spontanpreis: Janine Vollenweider
Neben den drei wissenschaftlichen Preisen wurden der Preis «Zucht» sowie der Preis «Pferdebranche» an folgende Personen verliehen:
•    Preis Zucht: Jan Henkel
•    Preis Pferdebranche: Silja Gunst
Die « Extended abstracts » sowie die Poster zu dieser Veranstaltung sind unter www.reseaurechercheequine.ch verfügbar.

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