Endgültiges Aus in Arosa

Die Rennen auf dem Obersee sind Geschichte.

Die Pferderennen auf Schnee in Arosa sind Geschichte. Die grossen Schneefälle der letzten Tage haben am Montag zur definitiven Absage der Rennen 2019 geführt. Aber auch in Zukunft wird es auf dem Obersee keine Rennen mehr geben. Die diesjährige Austragung hätte vor dem White-Turf-Meeting stattfinden sollen und wurde wetterbedingt auf die Sonntage nach den Rennen in St. Moritz verschoben. Doch jetzt folgt wenig überraschend das endgültige Aus.

Der Verein Arosa Pferderennen auf Schnee wird morgen Dienstag bekannt geben, dass die Begehung vom Montag auf dem Obersee zur definitiven Absage der Pferdrennen führte. Trotz guter Eisbeschaffenheit könne die Präparation der Rennbahn innert der gesetzten Frist nicht gewährleistet werden. Auch deshalb, weil das Bauamt Arosa durch die riesigen Schneemassen der letzten Wochen keine personellen Kapazitäten mehr zur Verfügung habe. Doch ohne eine permanente Bearbeitung des Sees mache die Planung von Pferderennen auf Schnee in Arosa für den Verein keinen Sinn mehr, auch nicht in Zukunft.

Durch die neuerliche Absage reifte im zuständige OK der Entschluss, künftig auf die Durchführung von Pferderennen auf dem gefrorenen Obersee zu verzichten. Das ist natürlich schade, doch diese Entwicklung war absehbar. Es erstaunt geradezu, dass nicht schon früher ein Schlussstrich gezogen wurde. Die vielen Absagen, die finanziell klamme Situation: Es benötigte schon eine gehörige Portion an Schönfärberei, um noch im letzten Jahr via Crowdfunding den Leuten für die weitere Durchführung der Rennen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Zum einen kann das Klima nicht ignoriert werden, das zu immer extremeren Bedingungen führt - und selbst den Organisatioren im Engadin Schwierigkeiten bereitet. Zum anderen hat sich der Pferderennsport in Arosa seit geraumer Zeit entwurzelt. Im Dorf gibt es keine Gruppe von Rösselern mehr, beim Veranstalter fehlt die pferderennsportliche Kompetenz. Und andere zum Mitmachen an einem Anlass zu begeistern, zu dem eigentlich kein Bezug besteht, ist überall schwierig. Besonders, wenn der Anlass immer wieder abgesagt werden muss und wie in Arosa in der Hochsaison stattfindet, in der das ganze Dorf beruflich bereits ausgelastet ist. Dass Wehmut und Frust mit der Absage einher gehen, ist indes verständlich. Eine im Oktober von der «Arosa Zeitung» gemachte Umfrage zeigte noch ein eher erfreuliches (121 Stimmen für den Erhalt, 59 dagegen), letztendlich aber unrealistisches Bild.

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