White Turf erstmalsmit Ponyrennen

Ihren letztes Jahr gewonnenen Titel «Königin des Engadins» wird Valeria Holinger mit Usbekia verteidigen. (Foto: swiss-images/whiteturf)

Hochklassige Felder mit Schneespezialisten und interessanten Neulingen läuten am ersten Rennsonntag des White Turf Meetings die Saison 2019 der Schweizer Pferderennen ein. Schon im ersten Rennen, um 11.30 Uhr, wird ein Pulk von 13 Trabgespannen über die Piste aus Eis und Schnee preschen. 56 Rennpferde und zehn Galopp-Ponys gehen in insgesamt sieben Rennen an den Start, wobei Vierbeiner aus fünf Nationen ins Engadin reisen. Zudem steigen einige der weltbesten Amateur-Rennreiter aus acht Ländern in den Sattel. «Wir haben ideale Bedingungen. Der Januar war kälter als im Vorjahr und wir haben auf dem See durchschnittlich über 40 Zentimeter kompaktes Eis von bester Qualität. Die Zeltstadt und die technischen Neuerungen haben sich letztes Jahr bewährt, es stehen also alle Ampeln auf Grün respektive auf Weiss. Alles ist bereit, damit die Aktiven und die Zuschauer am White Turf 2019 hochstehenden Sport erleben können», freut sich Thomas C. Walther, Vorstandspräsident des Rennvereins St. Moritz, auf den ersten Renntag, der dank eines Pony- Galopprennens mit einer Weltpremiere aufwartet.
Am ersten Sonntag proben traditionell einige der Favoriten für den mit 111’111 Franken dotierten Höhepunkt des White Turf Meetings. Der GP LONGINES bringt sieben interessante Galopper an den Start, darunter zwei der grossen Favoriten für den Finaltag. Titelverteidiger ist kein Geringerer als der vom Schweizer Champion-Trainer Miro Weiss trainierte Nimrod (Kieran O’Neill): Er hat vor einem Jahr sowohl den GP LONGINES wie auch zwei Wochen später den LONGINES 79. Grossen Preis von St. Moritz gewonnen – beide Male war der englische Gast Berrahri Zweiter. Der Achtjährige aus dem Quartier von John Best ist bereits das fünfte Jahr in Folge am White Turf dabei. Mit Raphael Lingg hat Berrahri einen der erfolgreichsten Schweizer Reiter im Sattel. Die beiden haben ihren bisher einzigen gemeinsamen Einsatz vor zwei Jahren auf dem zugefrorenen St. Moritzersee siegreich gestaltet. Lingg ist auch der Partner von Filou, einem der Favoriten im Sprint um den GP Koller Elektro, in welchem der Neuling Hakam mit Clément Lheureux (dem Schweizer Champion-Jockey 2017) für alle ein harter Brocken sein dürfte. Miro Weiss mit sieben Schützlingen, Philipp Schärer mit sechs und der aus Deutschland angereiste Christian von der Recke mit einem Quartett sind die Trainer mit den meisten Startern.
Im Skikjöring stellt am Ende einer der pathetisch auch als Gladiatoren der Neuzeit bezeichneten Publikumslieblinge den König oder die Königin des Engadins. In den letzten Jahren platzierte sich dabei die einheimische Valeria Holinger mit ihrer Stute Usbekia ganz oben. Die beiden streben dieses Jahr mit dem neuerlichen Gewinn der Credit Suisse Trophy den Hattrick an, was bisher erst zwei Fahrern gelungen ist, die am Sonntag mit Skikjöring-Neulingen am Start sind: Jakob Broger, der mit dem vielversprechenden Strade Kirk antritt, und Franco Moro, der mit Lips Legend nicht zu den Favoriten zählen wird. Peter Schiergen, der Usbekia in Köln trainiert, hat mit Epako einen zweiten Schützling für die St. Moritzer Weltexklusivität vorbereitet. Der St. Moritzer Skilehrer Leo Luminati, Sieger der Credit Suisse Trophy 2010 mit Gallardo, wird sich vom fünfjährigen Schimmel ziehen lassen. Pinot, der Sieger des letzten Skikjörings, ist mit «Lupo» Wolf wieder dabei, während der mehrfache Champion Adrian von Gunten nach der Pensionierung seiner legendären Stute Mombasa nun mit dem hochklassigen Zambeso angreifen wird.

Erfreulich viele Traber kommen in den beiden Sulky-Rennen an den Start. Im Preis des Handels- und Gewerbevereins St. Moritz sind es 13 Starter, darunter die auf Schnee bereits siegreichen Top Gun du Citrus und Italianec. Im GP DQ Solutions werden dann alle Augen auf Spike gerichtet sein, der auf Schnee sämtliche fünf Starts in Siege umgemünzt hat. Seine Vorbereitung auf den White Turf 2019 verlief anders als in den letzten Jahren, seine neue Entourage (Trainer Loris Ferro, Besitzer Stall Allegra Racing Club) hatte ihm mehrere Wochen Schwimmtraining in der Nähe von München verordnet.
Erstmals überhaupt findet am Sonntag ein Pony-Galopprennen auf Schnee statt. Im Winterpreis der Calixus AG kämpfen zehn Ponys mit Kindern und Jugendlichen im Sattel um Ruhm und Ehre. Der Preis Fraumünster Insurance Experts FEGENTRI sorgt für eine weitere internationale Note: Acht der weltbesten Amateur- Rennreiter (fünf Frauen und drei Männer) aus ebenso vielen Nationen wollen für ihr Land Punkte für die Gesamtwertung um den Longines Fegentri Amateur Riders Champions Cup erobern.
Tickets für Tribünen- und Stehplätze sind online unter ticketcorner.ch und direkt in der Touristeninformation in St. Moritz Dorf im Vorverkauf erhältlich. Und weitere Infos zum White Turf unter www.whiteturf.ch

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