Einstreumaterial senkt Ökobilanz um 30 Prozent

Der von Michael Herren produzierte Waldboden kann die Ökobilanz beim Pferd um fast 30 Prozent senken. (Foto: kav)

Die Erstellung von Ökobilanzen hat unter dem Einfluss der Diskussionen über die Klimaerwärmung Hochkonjunktur. Zum Jahresende ist in der «Sonntagszeitung» zu diesem Thema ein Artikel unter dem Titel « So stark belasten Pferde, Hunde und Katzen die Umwelt» erschienen. Hintergrund des Artikels ist eine Studie des Schaffhauser Unternehmens ESU Services, das sich auf die Erstellung von Ökobilanzen spezialisiert hat. Weil es für Haustiere bislang noch keine wirklichen Ökobilanzen gegeben habe, seien deshalb einige Tierarten angeschaut worden, lässt Niels Jungbluth, Geschäftsführer von ESU Services, dazu verlauten. Untersucht wurden sechs in der Schweiz häufig gehaltene Tierarten: das Pferd, der Hund, die Katze, das Kaninchen, der Ziervogel und der Zierfisch. In der Datenerhebung wurden alle relevanten Einflüsse auf die Umwelt erfasst wie Fütterung, Behausung, Fäkalien, Fahrten mit dem Pkw und sonstige Anschaffungen, die durch das Haustier begründet sind. Bewertet wurden die relevanten Umweltaspekte mittels zweier Methoden, der Methode der ökologischen Knappheit 2013 (Umweltbelastungspunkte) und des Klimaänderungspotentials. Dabei zeigte sich, dass die Belastungen mit der Grösse des Haustiers (und damit dem Futterbedarf) zunehmen. Je grösser und schwerer das Tier desto höher sind die verursachten Umweltbelastungen. Andere Aspekte wie Behausung können je nach Tierart stark variieren. Die Studie zeigt zudem auf, dass spezifischen Entscheidungen betreffend der Haltung eines Heimtieres, einen signifikanten Einfluss auf die Umweltbelastung haben können. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Fütterung.
Im Artikel der «Sonntagszeitung» weisen von den betrachteten Haustieren erwartungsgemäss die Pferde die mit Abstand schlechteste Umweltbilanz auf. Die Haltung eines Pferdes für ein Jahr entspricht gemäss den Berechnungen von Jungbluth und seiner Praktikantin Jasmin Annaheim der Umweltbelastung einer 21'500 Kilometer langen Fahrt mit einem Mittelklassewagen. Die Studie zeigt auch, dass die Art der Haltung und Fütterung einen markanten Einfluss auf die Umweltbelastung eines Haustiers haben kann. Wird beispielsweise anstelle von Stroh eine alternative Einstreu aus der Schweiz wie beispielsweise Cavallets oder Waldboden verwendet, sinkt die Belastung um fast 30 Prozent.
Mit Blick auf die gesamte Schweiz ist die Haustierhaltung allerdings von untergeordneter Bedeutung. Sie macht nur etwa 1,2% der gesamten Umweltbelastungen aus, die durch den Schweizer Konsum verursacht werden.

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