Von: Heinrich Schaufelbrger

Besseres Zusammenspiel für junge Sportpferde

Arko Junior PMS, ein achtjähriger, vom Gestüt Grenzland präsentierter Hengst. (Foto: Katja Stuppia)

Ein besseres Zusammenspiel zwischen Züchtern, Besitzern und Ausbildern forderten die Teilnehmer an einer vorgängig der nationalen Schau «Hengste in Bern» im NPZ abgehaltenen Podiumsdiskussion. Peter Hasenböhler (Concours Complet), Markus Graf (Dressur), Cornelia Notz (Springen) und Werner Ulrich (Fahren) debattierten zum Thema «Was erwarten erfolgreiche Sportler von der Pferdezucht?» und stellten der CH-Sportpferdezucht einhellig ein gutes Zeugnis aus. Die Problematik liege einerseits an den Kosten für eine gute Ausbildung, die oft zu wenig einkalkuliert würden, und anderseits nicht selten am Fehlen guter Grundausbildung allgemein. Während von Sportpferden immer mehr gefordert werde, fehle es oft an den Fähigkeiten oder dem Willen, gute Voraussetzungen zu nutzen und zu fördern. Rittige, gesunde Pferde mit korrekten Grundgangarten würden von der Zucht zur Verfügung gestellt. Was daraus dann werde, sei ein anderes Kapitel. «Wenn die Ente nicht schwimmen kann, ist dann oft das Wasser schuld», fasste Peter Hasenböhler diesen Aspekt zusammen. Und Werner Ulrich meinte: «Es wollen alle Pferde, die lesen und schreiben können. Oft fehlt es dann am Budget.» Weil unspektakulär, werde die Bedeutung der Haltung guter Zuchtstuten teilweise genauso in der Kalkulation potenzieller Käufer vernachlässigt wie die aufwändige und seriöse Grundausbildung.
Markus Graf wünschte sich, es würden in der Schweiz wieder mehr Dressurpferde gezüchtet. Sein Wunsch klang nach in der Tatsache, dass an der diesjährigen Hengstschau die Dressur völlig aussen vor blieb. Von 21 präsentierten Beschälern wiesen 15 Warmblüter Springabstammungen aus. Dazu kamen ein Angloaraber, drei Freiberger und zwei deutsche Reitponys. Gerade mal sechs für den ZVCH gekörte Hengste wurden präsentiert, sieben sind beim Verband Cheval Suisse anerkannt. Sechs Hengste präsentierte das Gestüt Grenzland, Albführen brachte einen Hengst zur Schau in Bern. Trotz dieser keineswegs berauschenden Beteiligung erlebte das sehr zahlreich aufmarschierte Publikum eine interessante, einmal mehr ausgezeichnet moderierte Schau mit etlichen Höhepunkten, die für beste Stimmung sorgten.

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