Guerdat zieht Nationenpreise vor

Nationenpreise setzt Olympiasieger Steve Guerdat vor die Global-Champions-Prüfungen und riskiert damit, aus dem Topranking zu fallen. (foto: Swiss-Olympic)

Global Champions League und Global Champions Tour haben die Bewilligung durch die FEI erhalten und acht der derzeit zehn bestplatzierten Reiter im Ranking gehören einem der 18 Teams an. Der grosse Zulauf zur GCL ist natürlich in der Ausschüttung des hohen Preisgeldes von 23 Millionen Euro zu suchen. Einige Topreiter machen dennoch nicht mit wie Steve Guerdat sowie die beiden Franzosen Kevin Staut und Penelope Leprévost, weil sie es vorziehen, ihre besten Pferde in den CSIO zu reiten. Mit dem Nachteil, dass sie durch ihren Verzicht von nun an nicht mehr in den Top zu finden sein werden und damit auch nicht mehr zur Global Champions Tour eingeladen werden. Dies wurde anlässlich einer Sitzung des Internationalen Reiterclubs IJRC mit der FEI in Lausanne bekannt. Gerade bei der Diskussionen zu den Global-Champions-Aktivitäten wurde deutlich, dass die Kluft zwischen FEI und IJRC noch ziemlich breit ist. Zwei Millionen Euro sind nötig, um ein A-Team auf den 15 Stationen der GCL zu unterstützen, doch die FEI lehnt es immer noch ab, den Begriff «Pay Cards» bei dieser Turnierserie zu verwenden. Kevin Staut fügte hinzu: «Wir wollen die Werte unseres Sports verteidigen, wie wir ihn lieben. Aber wir leben in einer Welt, die von Geld und Politik bestimmt wird. Wir sind nicht gegen die Global-Turniere, sondern wollen einfach andere Turnierserien schützen und ein gesundes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Serien erreichen. Wir möchten einen Sport haben, der frei zugänglich ist und vermeiden, dass eine Serie eine Vormachtstellung erhält, in der finanzielle Überlegungen sehr präsent sind.»
Zur Sprache kamen weitere Themen wie das Risiko der Kontamination von Blutproben bei Turnieren und die sogenannte Blutregel. Steve Guerdat sagte dazu: «Dies sind zwei Situationen, in denen die Reiter sehr unter Druck kommen, weil sie sich beschuldigt fühlen, obwohl sie nicht die Absicht hatten, jemandem Schaden zuzufügen. Dazu kommt noch, dass die Tat, derer sie beschuldigt werden, grosse Auswirkung auf die Einstellung der Zuschauer und der Medien gegenüber den Reitern hat. Es ist daher notwendig, dass das Jumping Committee der FEI und das Legal Department der FEI sich einigen und gerechtere Regeln vereinbaren. Es ist klar, dass das Wohlergehen der Pferde am wichtigsten ist und schlechtes Verhalten bestraft werden muss, aber die Sanktionen sollten differenziert werden und proportional zu der Schwere der Schuld und der Absicht des Reiters sein, der die Regeln verletzt hat.»

Drucken