Rennsport hat auch beim White Turf vor dem Spektakel zu stehen.

Was als schöner Beitrag in der Sportlounge von Fernsehen DRS am Montag gedacht war, hat dem White Turf in St. Moritz im Speziellen und dem Pferderennsport im Allgemeinen keine neuen Freunde gebracht. Die Massenkarambolage beim Start zum Skikjöringrennen sowie fahrerlose Pferde, die sich auf der Gegenseite in die Quere kamen und überschlugen, waren keine Reklame für die über 100 Jahre alten Schneerennen im Engadin. Das missglückte Skikjöring vom dritten Renntag war allerdings nicht die einzige Ursache, dass der White Turf dieses Jahr für mehr negative als positive Schlagzeilen sorgte. Wenn wie im Grossen Preis wegen fehlender Kommunikation drei Pferde aus dem Führring heraus noch zurückgezogen werden, weil die Distanz trotz erschwerten Bedingungen von 800 auf 1900 m erhöht wurde, oder am zweiten Renntag im Skikjöring alle Starter bis auf das Pferd des OK-Präsidenten zurückgezogen wurden, spricht das nicht für die Organisation der traditionsreichen Veranstaltung. Spektakel über alles mit dem Night Turf zum Auftakt scheint zum Motto geworden zu sein, wie auch die Aufnahme eines Hürdenrennens zeigt, das dann glücklicherweise der erschwerten Bedingungen wegen als Flachrennen gelaufen wurde. Pferderennen auf Schnee sind Attraktion genug, wie die 100-jährige Erfolgsgeschichte vor Augen führt. Was aber in der Öffentlichkeit nicht mehr ankommt, sind Bilder wie im Skikjöring vom dritten Renntag – der Druck von dieser Seite könnte für den Winterturf sehr viel eisiger werden als milde Winter mit temporären Absagen. 

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