Springpferdezücher Léon Melchior verstorben.

Zangersheide-Gründer interessierte sich auch für Avenches.

Die grösste Passion des erfolgreichen Unternehmers Léon Melchior war bis zuletzt die Zucht von Springpferden. (fei)

Im Alter von 88 Jahren ist auf seiner Domäne Zangersheide (Belgien) Léon Melchior verstorben, wo er Anfang der 70er Jahre einen Springstall gegründet und diesen später zu einem Gestüt ausgebaut hatte. Im Jahr 1992 hob er das Zuchtstammbuch «Z» wie Zangersheide aus der Taufe und führte es fortan als eigenständiges Stammbuch für Springpferde weiter. Mitglied kann hier jedermann für einen Beitrag von 60 Euro werden. Die guten Dienstleistungen haben auch Schweizer Züchter in Anspruch genommen und ihre Pferde mit dem «Z» anstelle eines «CH» versehen. Bekannt geworden ist Zangersheide auch durch die Weltmeisterschaft der jungen Springpferde. Als der Bund in den 90er Jahren eine neue Lösung für dass Eidgenössische Gestüt Avenches suchte, hätte Léon Melchior in der Broye-Ebene gerne einen Partnerbetrieb eingerichtet. Er wollte nicht nur eine Z-Stutenherde auf die Gestütsweiden bringen, er hätte auch alljährlich ein paar Zuchthengste nach Avenches aufgestellt. Gespräche wurden unter anderem geführt mit dem damaligen Vizedirektor im Bundesamt für Landwirtschaft, Michel Pellaux, der ihn auch in Zangersheide besuchte. Eine konkrete Antwort auf seinen Vorschlag erhielt Melchior allerdings nicht. Der züchterische Leitspruch des erfolgreichen Industriellen lautete: «Beim Pferdezüchten muss man sich Anfang Jahr immer überlegen, wie viel Geld man verlieren kann, ohne dass es einem weh tut.» 

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