Freispruch für Steve Guerdat und Alessandra Bichsel

Die beiden Springreiter sind vom Weltreitverband FEI von jeglichem Fehlverhalten oder Fahrlässigkeit in den gegen sie eröffneten Anti-Doping-Verfahren freigesprochen worden.

Olympiasieger Steve Guerdat wurde vom Vorwurf des Dopings freigesprochen.

Die FEI anerkannte auf Basis der von Steve Guerdat vorgelegten, schlüssigen und umfassenden Beweise, die von Anfang an vermutete Futterkontaminierung durch Schlafmohnsamen als Ursache für die positiven Befunde bei den drei betroffenen Pferden. Die FEI bestätigte in den auch vom FEI Tribunal unabhängig voneinander genehmigten Vereinbarungen, dass nachweislich kein Verschulden der Reiter vorliegt und sie nicht vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben. Die Verfahren sind damit abgeschlossen. Steve Guerdat und sein gesamtes Team, wie auch Alessandra Bichsel und der Schweizerische Verband für Pferdesport SVPS, reagieren erleichtert auf diesen Entscheid, aber auch mit einem deutlichen Hinweis auf Verbesserungspotenzial bei Richtlinien und Verfahren.

«Wir sind sehr zufrieden, dass der Entscheid des FEI-Tribunals nun bestätigt, dass die positiven Proben, welche bei den drei betroffenen Pferden gefunden wurden, eindeutig auf eine Verunreinigung des Futters zurückzuführen sind. Somit tragen unsere beiden Athleten, Steve Guerdat und Alessandra Bichsel, keinerlei Schuld und sie haben auch keinen Fehler begangen, da sie ihre Pferde nicht ‹gedopt› haben», sagt Charles Trolliet, Präsident des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport. «Für die gesamte Pferdesportwelt, die FEI und die nationalen Verbände sowie die Futtermittelbranche gilt es nun aber, die korrekten Lehren aus dieser unerfreulichen Geschichte zu ziehen und die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen».

Steve Guerdat sagt: «Ich bin froh und glücklich, sowohl von der FEI als auch vom FEI Tribunal vollständig rehabilitiert und von jedem Doping-Verdacht entlastet worden zu sein. Und ich bin erfreut, dass die erbrachten Beweise bestätigt haben, dass die Umstände der Futtermittelverunreinigung aussergewöhnlich waren, und wir Reiter zu jeder Zeit in hoch professioneller und gewissenhaften Art und Weise und nicht vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben. Für mich gilt seit jeher die oberste Priorität all meiner täglichen Arbeit als Pferdehalter und Springreiter dem Wohl meiner Pferde. Das Urteil ist für mich unheimlich wichtig. Für mich und meine Pferde bedeutet das, dass wir jetzt endlich wieder alle Energie auf das rein Sportliche verwenden können».

«Wir Springreiter haben im Anti-Doping-Kampf Sorgfaltspflichten, denen wir zum Wohle der Tiere, im eigenen Interesse und dem des Reitsports nachkommen müssen. Ich stimme vollauf mit der Linie der FEI im Anti-Doping-Kampf überein, und habe mich sowohl als Pferdehalter als auch als Sportler immer und stets klar dafür ausgesprochen. Allerdings wird auch deutlich, dass alle Verantwortlichen überlegen sollten, wie das Verfahren und die aktuell gültigen Richtlinien optimiert werden können, damit künftig einem nachweislichen Nichtverschulden des Reiters, wie in meinem vorliegenden Fall, besser Rechnung getragen wird, bevor ein ungerechtfertigter Vorwurf – mit den entsprechenden Folgen für die Reputation der Betroffenen – publik gemacht wird.» (fnch)

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