«Auch mal die Richter sanktionieren»

Für die Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu sind die Diskussionen um die Richterei im Juniorensport genauso aktuell wie bei den Senioren. (Foto: CHIO Aachen/ Holger Schupp)

Im Hinblick auf die am Donnerstag beginnenden «Aachen Dressage Youngstars» haben die Organisatoren mit der deutschen Dressurtrainerin Monica Theodorescu über das Nachwuchsturnier, die Situation im Dressursport und die Diskussion um die Richter gesprochen.

Frage: Die Richter sind im Jugendbereich wahrscheinlich noch nicht so ein Riesenthema wie im Seniorenbereich,…
Monica Theodorescu: Doch!

Frage: …wie bewerten Sie die Diskussion und die diversen Vorschläge, die es aktuell im Dressursport gibt?
Monica Theodorescu: Zu unserem Sport gehören Reiter, Pferd und Richter. Die Richter wissen, dass sie eine grosse Verantwortung haben und die Reiter wissen, dass sie mit Richter-Urteilen umgehen müssen. Was die Verfahren angeht, ist ja bereits viel ausprobiert worden und viel – zum Glück – auch schnell wieder verworfen worden. Natürlich wünschen wir uns alle ein einheitliches System mit möglichst wenig Diskussionen. Auch wenn die Diskussionen und Emotionen zum Sport dazugehören.

Frage: Die FEI hat den Vorschlag, die Noten-Ausreisser nach oben und unten zu streichen, nun erstmal zurückgestellt.
Monica Theodorescu: Was ohnehin niemals zu mehr Qualität geführt hätte.

Frage: Stattdessen...
Monica Theodorescu: ...muss immer weiter geschult werden. Und wenn ein Richter mehrfach eine schlechte Leistung abliefert, dann muss über Sanktionen nachgedacht werden.

Frage: Wie könnten diese aussehen?
Monica Theodorescu: Das kann sein, dass vermehrt Seminare besucht werden müssen, das kann aber auch eine Sperre sein. Wenn ein Reiter schlecht reitet, ist er nicht platziert. Wenn ein Richter schlecht richtet, passiert – nichts. Zu sanktonieren wären aber auch mal die Reiter. Natürlich kann sich jeder mal vertun oder einen schlechten Tag haben und grundsätzlich gilt es, die Richterurteile zu akzeptieren. Doch über Sanktionen muss in der aktuellen Diskussion auch nachgedacht werden. Durch das Streichen von Noten wird der Sport jedenfalls weder besser noch transparenter.

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