Freibergerverband will Kontingente senken

Mit 10 Millionen Franken unterstützt der Bund jährlich die Zucht des einheimischen Freibergers. (Foto: Helma)

Ist der Freiberger mit seiner aktuellen Populationsgrösse von 19’305 Pferden nun bedroht oder nicht? Immerhin ist die Anzahl Freiberger laut Agatestatistik per Ende Oktober gegenüber Anfang Jahr um 623 Pferden angestiegen. Trotz der Zunahme sieht der Schweizerische Freibergerverband seine Rasse für die Zukunft gefährdet, wie er in einem Communiqué schreibt. Anderer Meinung ist der Bundesrat, der in einer Antwort auf das von der jurassischen Ständerätin Anne Seydoux vor eineinhalb Jahren eingereichte Postulat zum Schluss kommt, dass der Freiberger als Rasse nicht bedroht sei und sich immer grösserer Beliebtheit erfreue. Der Vorstand des Freibergerverbandes distanziert sich von der sehr ausführlichen und 15 Seiten füllenden bundesrätlichen Stellungnahme. Er führt dabei an, dass bei sinkenden Geburtenzahlen und gleichzeitig steigender Inzucht die Bedrohung nur anwachsen könne. Enttäuscht zeigt sich der Verband auch darüber, dass der Bundesrat keine innovativen Massnahmen präsentiere wie der Rückgang bei den Geburten aufgehalten werden könnte. Erwartet worden war zudem, dass die Zahl der Importkontingente von aktuell 3822 auf das Mindestkontingent von 3322 gesenkt wird. Dies allerdings erachtet der Bundesrat als ungeeignet, weil damit nur tendenziell nicht wettbewerbsfähige Marktstrukturen begünstigt würden, ohne dass dabei mehr Freibergerpferde verkauft werden könnten. Welche Nachfrage nach Kontingenten besteht, zeigte sich auch diesen Herbst wieder: Seit Mitte Oktober sind alle Kontingente weg. Im Weiteren weist der Bundesrat daraufhin, dass er die seiner Meinung nach nicht gefährdete Rasse mit gegenwärtig rund 10 Millionen Franken jährlich unterstützt.

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