Druse nicht gemeldet: 20'000 Dollar Busse in Australien

Ein an Druse erkranktes Pferd, bei dem der Eiter aus dem Geschwulst bereits austritt. (Foto: HAFL)

Der Verdacht auf Druse bei acht Armeepferden im Kompetenzzentrum Sand wurde heute Donnerstag von Armeesprecher Daniel Reist bestätigt. Er gab aber auch Entwarnung, weil nur noch deren drei Fieber hätten, die übrigen fünf Pferde seien zudem auf dem Weg zur Besserung. Publik wurde der Fall wohl nur deshalb, weil am Tag zuvor bei grösstem Medieninteresse der Verkauf der Pferde aus Hefenhofen über die Bühne gegangen war. Denn meldepflichtig ist die hochansteckende Infektionskrankheit Druse bei uns in der Schweiz nicht. Im Gegensatz zu Australien, wo der Pferdesektor ganz andere Dimensionen hat als bei uns. So berichtete «Thoroughbred Daily News», dass der erfolgreiche Rennpferdetrainer Matt Cumani eine Busse von 20'000 Dollar kassiert hatte und mit einer Sperre belegt worden war, weil er ein an Druse erkranktes Pferd in seiner Obhut hatte und nichts von der Krankheit verlauten liess. Auch der frühere Manager von Godolphin Australia, Henry Plumptre, und Godolphin Haupttrainer Trainer John O’Shea kamen im Zusammenhang mit einer nicht gemeldeten Drusenerkrankung mit den Rennsportbehörden in Konflikt
Tatsächlich ist Druse in der Schweiz – wenn auch hochansteckend – nicht meldepflichtig. So kann der Kanton Thurgau seine Hände in Unschuld waschen und betonen, die Pferde aus Hefenhofen hätten keine meldepflichtigen Krankheiten gehabt. Allerdings ist bekannt, dass Druse in den letzten Monaten im Stall in Hefenhofen aufgetreten war. Da aber keine Symptome mehr festzustellen gewesen seien, habe man den Verkauf der Pferde vor einer Woche gut durchführen können. Es wird allerdings eingeräumt, dass Pferde, die die Kranheit bereits durchgemacht hätte, sehr wohl Träger des Drusen-Erregers sein können, auch wenn keine Anzeichen zu erkennen seien. Die Zeit zwischen Infiszierung und Ausbruch liegt zwischen 3 bis 14 Tagen. So kann es auch sein, dass die acht Armeepferde über Leute angesteckt wurden, die dem Kompetenzzentrum Sand respektive den Hefenhofer Pferden einen Besuch abgestattet hatten.
Unter dem Titel «Die Angst vor Druse geht um» brachte der KAVALLO in der Ausgabe 6/2016 einen Beitrag. Die am HAFL Zollikofen studierende Bettina Kiener verfasste über diese Krankheit eine wissenschaftliche Arbeit. Fazit ihrer Arbeit: Als Infektionskrankheit ist Druse bei drei Vierteln der Pferdehaltenden und -besitzenden bekannt, zum Teil grosse Wissenslücken sind aber bezüglich Symptome und möglicher Ansteckungswege vorhanden. Ein Jahr später offenbar immer noch, auch wenn Druse zu  den  am  häufigsten  gemeldeten  Pferdekrankheiten  gehört auf  Equinella,  der  Melde-  und  Informationsplattform  für  das  frühzeitige  Erkennen  von  infektiösen  Pferdekrankheiten  in  der Schweiz. Die Konsequenzen aus dem Drusenfall im Sand gezogen haben die Organisatoren des CF-Spendenrittes vom 26./27. August in Messen – er wurde abgesagt.

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