Deutschland hat wieder alle Dressurtitel

Equipenchef Klaus Roeser mit der überlegenen Deutschen Dressurmannschaft Isabell Werth, Dorothee Schneider, Helen Langehanenberg und Sönke Rothenberger. (Foto: FEI/Liz Gregg)

Mit dem Sieg in der Mannschaftsprüfung an der EM in Göteborg verfügen die deutschen Dressurreiter nun wieder über alle Titel, die der internationale Sport zu vergeben hat: Damit ist Deutschland amtierender Olympiasieger, Welt- und Europameister, Weltranglistenerster und Weltcupsieger in der Dressur. «Erster, Zweiter, Vierter, Sechster – das ist ja gewaltig. Damit haben wir nicht gerechnet», war die erste Reaktion der völlig begeisterten Bundestrainerin Monica Theodorescu. «Wir haben natürlich gehofft, dass alle so gut sind. Aber dass es dann am Ende so ein Resultat ist, macht mich sehr, sehr glücklich und auch stolz auf die Pferde. Ich habe gedacht, dass wir gewinnen können, aber nicht ganz so überzeugend. Dass es jetzt so gekommen ist, da bin ich auch ein bisschen sprachlos.» 237,072% schaute für Deutschland heraus, auf den zweiten Platz kam Dänemark mit 224,643 vor den schwedischen Gastgebern, die  sich mit 221,143 Bronze sicherten.
Weniger glücklich verliefen die Europameisterschaft Dressur für unsere vier Schweizerinnen. Das Aus für Darko of the Niro nach strikter Auslegung der Blutregel traf nicht nur die Reiterin Tiggy Lehnherr stark, belastend war das auch fürs Team, das 205,199% realisierte und auf dem 8. Platz abschloss. Im allgemeinen ritten die Damen recht fein und kein Pferd war zusammengezogen, was vom Richtergremium freilich nur bedingt belohnt wurde. Am besten schnitt auf Platz 29 Marcela Krinke Susmelj mit Smeyers Molberg (68.875%, Rang 29) ab vor Anna-Mengia Aerne-Caliezi mit Raffaelo va Bene (68.671/30.) und Antonella Joannou kam mit Dandy de la Roche CH auf 67.671% (33.).  
Das Niveau an der Europameisterschaft in Göteborg stand auf einem sehr unterschiedlichen Niveau. Die Pferde beherrschten die verlangten Lektionen eigentlich recht gut, weniger überzeugend war jedoch, wie viele der Pferde nicht über den Versammlungsgrad verfügten, der auf höchster Stute eigentlich verlangt wäre.Immerhin beissen sich kaum mehr Pferde in die Brust, und das muss doch schon als Fortschritt angesehen werden. 

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