Kölnisch Wasser in Hamburg

Windstoss unter Maxim Pecheur gewinnt das Deutsche Galopp-Derby. © fishing4

Auf der Galopprennbahn von Hamburg-Horn hat der dreijährige Hengst Windstoss das 148. Deutsche Derby (Gruppe 1, 650'000 Euro Preisgeld, 2400 m) vor Enjoy Vijay und Rosenpurpur gewonnen. Damit setzte sich das traditionsreiche Gestüt Röttgen erstmals seit bald 60 Jahren wieder im Blauen Band durch. Ende 1918 hatte Peter Mülhens, der Eigentümer des Kölnisch-Wasser-Unternehmens 4711, das Gut Röttgen mit dem Schloss in Köln Heumar gekauft und 1924 dort das Gestüt Röttgen gegründet. Den Sieger-Pokal in Hamburg-Horn nahm indes der Frankfurter Rechtsanwalt und Notar Günter Paul entgegen, der der Mehl-Mülhens-Stiftung vorsteht. Der Stiftung gehört mittlerweile das Gestüt, und die frühere Eigentümer-Familie ist im Stiftungsrat nicht mehr vertreten.

Trainiert wird Windstoss auf der Anlage des Gestüts vom 41-jährigen Markus Klug, der sieben Pferde im Aufgebot hatte, auch den Favoriten Colomano, der aber nicht über den 13. Rang hinaus kam. Noch bei der Ziehung der Startboxe hatte Klug gesagt, dass er vergeblich einen ausländischen Jockey für Windstoss gesucht habe, nachdem Windstoss in einer Derby-Vorbereitungsprüfung gestürzt war und sich dessen Jockey Adrie de Vries dabei einen Finger brach. Deshalb setzte Klug den 26-jährigen Saarländer Maxim Pecheur in den Sattel, der vor 12'800 Zuschauern sein erstes Derby sicher gewann. Dadurch kam die Schweizerin Sibylle Vogt zum Derby-Ritt auf dem Aussenseiter Sternkranz, der im 18er Feld als 14. einkam. Apropos Schweiz: Die Hamburger Derby-Woche, die wegen dem anstehenden G20-Gipfel in verkürzter Weise über die Bühne geht, wurde am Samstag mit einem Sieg der zweijährigen Stute Schesaplana eröffnet, die dem Stall Klosters-Serneus gehört.

Auch in Irland wurde am Wochenende das Derby gelaufen. Aidan O'Brien stellte mit dem Galileo-Sohn Capri den Sieger, der sich unter Seamie Heffernan gegen Cracksman und Wings of Eagle durchsetzte, der wie der Sieger der Coolmore-Besitzergemeinschaft um Derrick Smith, John Magnier und Michael Tabor gehört. Auf Platz vier kam der aus Frankreich aufgebotene Waldgeist ein, der Pierre-Charles Boudot im Sattel hatte, den Siegreiter im Schweizer Derby.

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