150 Euro Pferdesteuer in Schleswig-Holsteiner Gemeinde

Auch breit abgestützte Demonstrationen hatten nichts geholfen: Ab 1. Juli erhebt Tangstedt pro Pferd und Jahr 150 Euro Pferdesteuer. (foto: zvg)

Die Pferdefreunde Tangstedts hatten Mitte Juni zum wiederholten Mal alle Kräfte mobilisiert und eine Demonstration organisiert, um die Gemeindevertreter der schleswig-holsteinischen Kommune doch noch von ihrem Vorhaben abzubringen. Vergeblich. Die Abgeordneten stimmten dafür, dass Pferdehalter in Tangstedt ab dem 1. Juli 2017 150 Euro jährlich pro Pferd zahlen müssen. Doch die Gegner der Steuer sind sich einig: Der Abwehrkampf geht weiter. «Die Signale der neuen Landesregierung stimmen uns positiv, dass es eine klare Position gibt, den Sport nicht zu besteuern. Es soll das kommunale Abgabengesetz entsprechend geändert werden», erklärt Dieter Medow, Vizepräsident der Deutschen Reitrlichen Vereinigung. Die Betroffenheit war auch nach der endgültigen Abstimmung deutlich zu spüren, denn die Abgabe gefährdet die Existenz der Betriebe.
Doch auch nach der Entscheidung sind sich die Betroffenen einig: Nun gilt es, die Kommunalpolitiker durch intensive Überzeugungsgespräche von der Abschaffung der Pferdesteuer zu überzeugen. Das hatte es zum Beispiel in der hessischen Gemeinde Weissenborn gegeben, die im vergangenen Jahr trotz verabschiedeter Pferdesteuer-Satzung ihre Entscheidung für die Abgabe rückgängig machte. Denn es hatte sich gezeigt, dass die Erhebung der Steuer nicht wirtschaftlich war. Das erhofft man sich nun auch in Norddeutschland: «Tangstedt muss ein Einzelfall bleiben, dafür müssen wir kämpfen. Wir werden die Unterstützer des Pferdes weiter bündeln», betonte Matthias Karstens, Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein.

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