Busse wegen mangelhaft geführtem Auslaufjournal

Championtrainer Mrio Weiss versteht die Welt nicht mehr: 500 Franken Busse wegen einer nicht funktionierenden Zeitschaltuhr und nicht geführtem Auslaufjournal. (foto: Valeria Streun)

Zu einer Busse von 500 Franken ist der Urdorfer Rennpferdetrainer Miro Weiss  vom Bezirksgericht Dietikon verurteilt worden, weil bei ihm durchgeführte Kontrollen das Zürcher Veterinäramt festgestellt hatte, dass eine vorgeschriebene Zeitschaltuhr für künstliches Licht nicht funktionierte und das gesetzlich vorgeschriebene «Auslaufjournal» mangelhaft geführt war. Vor das Bezirksgericht kam der Fall, weil der erfolgreichste Rennpferdetrainer der Schweiz in den vergangenen zwanzig Jahren gegen eine vom Statthalteramt des Bezirks Dietikon verhängte Busse von 1400 Franken angefochten hatte.
Das Veterinäramt hatte im Juni und September 2016 den Stall Beliar von Miro Weiss kontrolliert und dabei drei Dinge bemängelt: fehlendes Auslaufjournal, acht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit bei Agate nicht eingetragene Pferde sowie eine nicht funktionstüchtige Zeitschaltuhr, die in einer Scheune sicherzustellen hatte, dass jeden Tag von 8 bis 16 Uhr die dort eingestellten Pferde mit künstlichem Licht versorgt werden. Der Einzelrichter hatte während der Verhandlung mehrmals betont, dass es in diesem Fall nie darum gegangen sei, das Tierwohl zu verletzen oder zu gefährden. In zwei Punkten wurde Weiss nun aber verurteilt: Schuldig gesprochen wurde er im Zusammenhang mit der Zeitschaltuhr und dem nicht geführten Auslaufjournal. Einen Freispruch gab es vom Dietikoner Einzelrichter dagegen zum verpassten Eintrag bei Agate und begründete ihn mit: «Wenn der Amtsschimmel schon wiehert, soll er auch richtig wiehern.» Laut der Verordnung ist nämlich der Besitzer des Pferdes verpflichtet, den Eintrag bei Agate zu machen und Eigentümer war der 68-jährige Miro Weiss eben nicht. Einzelrichter Bruno Amacker bezeichnete das Tierschutzgesetz denn auch als ein «ziemlich unübersichtliches Dickicht von Bestimmungen». Der Bussenansatz im Strafbefehl war für ihn viel zu hoch gewesen, weshalb er ihn auf 500 Franken reduzierte. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. 

 

 

Drucken