Von: Tamara Wülser | Fotos: Katja Stuppia

Kavallino: 5/19

Super Stimmung

Ein korrektes Tenue wird am Tag der Jugend grossgeschrieben, die Kleinsten benötigen ab und zu auch Hilfe.

Auf hohem Niveau – im Bild Mara Gianotti mit Golden Girl – waren die Programme in der Dressurprüfung von Wil.

Mit einer Pummeleinhornschabracke und perfektem Tenue präsentierte sich Luana Albin mit dem Shetty Hurricane.

Die Freude am Dressurreiten ist Fiona Fisher mit Mokka am Gesicht abzulesen.

Dem OKV ist die Nachwuchsförderung sehr wichtig. Seit 2007 gibt es das Nachwuchsprogramm «Newcomers», das Jugendliche in Springen, Dressur und CC stufengerecht fördert. Mit der Serie «Tag der Jugend» wird im OKV-Gebiet jungen Dressurtalenten ein Einstieg in den Sport geboten.

Beim Auftakt zur diesjährigen «Tag der Jugend»-Serie präsentierten in Wil SG fast 80 Kinder ihre bestens herausgeputzten Ponys und Pferde. «Wir benoten auch die Erscheinung, also zum Beispiel, ob die Ponys und Pferde schön gezöpfelt sind», so Stefanie Hunziker, OKV-Verantwortliche für dieses spezielle Jugendprogramm. «Es ist immer süss, wie die Kinder am Tag der Jugend strahlen. Kinder sind sehr dankbar und an den Tagen der Jugend ist immer eine super Stimmung.» Die Teilnehmer würden einander kennen, jeder rede mit jedem und es sei eine Stimmung wie in einer Grossfamilie.
Stefanie Hunziker ist die Arbeit an der Basis sehr wichtig. «Bei uns lernen die Kinder wichtige Verhaltenscodices, wie zum Beispiel, dass man korrekt angezogen an eine Rangverkündigung geht.» Auch der gute Umgang mit dem Partner Pferd und mit den anderen Konkurrenten ist ein zentrales Thema ebenso wie Respekt gegenüber Veranstaltern, Sponsoren und Richter. «Ein Kind schenkte einem Richter einmal Merci Schokolade als Dank für seine Arbeit.» Andere Kinder schreiben den Sponsoren jeweils Dankeskarten, was auch sehr gut ankomme. «Es ist wichtig, dass auch den Teilnehmern klar ist, dass ohne Sponsoren nichts geht.»

Grosser und kleiner Final
Der Tag der Jugend existiert seit 2003, seit letztem Jahr wird er gesamtschweizerisch unter Aufsicht des SVPS ausgetragen und von den fünf Regionalverbänden sowie dem Verband für Ponys und Kleinpferde unterstützt. Jeder Verband trägt im Voraus einen eigenen Final aus, die besten Kinder aus diesen Finals können an den grossen Final. Viele Kinder starten mit dem klaren Ziel, sich für den kleinen oder gar den grossen Final qualifizieren zu können.
Startberechtigt am Tag der Jugend sind Kinder von 4 bis 18 Jahren in den Kategorien Führzügelklasse, einfacher Reitwettbewerb, Einsteigerdressur und Dressur­aufgabe. Der Tag der Jugend möchte Kinder und Jugendliche für den Dressursport begeistern und in einer ruhigen und guten Atmosphäre in die Concoursszene einführen. Teilnehmerzahlen von bis zu 120 Kindern an einer Veranstaltung zeigen, dass die Nachfrage gross ist.

Von der Dressuraufgabe zur Lizenz
«Die Dressuraufgabe ist ein altes GA03. Es hat sich gezeigt, dass etwa die besten fünf des Finals reif sind für die Dressurlizenz und diese direkt absolvieren können», erklärt Stefanie Hunziker. Das Niveau der meisten Reiter in der Dressur­aufgabe ist demnach sehr hoch. Stefanie Hunziker selber hat es auch so gemacht: «2003 startete ich das erste Mal mit einem Pony in der Führzügelklasse und absolvierte dann bis 2014 alle Stufen. Von der Dressuraufgabe ging’s direkt an die Dressurlizenz.»
Und stolz erzählt Stefanie Hunziker: «Einige Reiter, welche die Stufen an den Tagen der Jugend durchliefen, schafften danach den Sprung in den Dressursport wie Andrina Suter oder Lars Bürgler. 95 Prozent der Kadermitglieder aus dem OKV-Gebiet ritten selber beim Tag der Jugend mit.»

Junge Newcomer
Patricia Volpez Stern entwarf im Jahr 2007 das neue Nachwuchsförderungsprojekt des OKV, die Newcomers. 95 junge Reiterinnen und Reiter meldeten sich damals dafür an. Das Interesse der Jugendlichen an diesem Programm ist bis heute ungebrochen. Die Teilnehmer am Newcomer-Programm profitieren von einer vielschichtigen Ausbildung. In Trainingsweekends und Lagern werden auch Freundschaften geknüpft und der Teamgeist gefördert.
Bei den Newcomers gibt es verschiedene Förderstufen. In der Förderstufe I mit Reitbrevet ist vorab ein kombinierter Test aus Dressur und Springen zu bestehen. In dieser Förderstufe werden die jungen Reiterinnen und Reiter vielseitig in allen drei Disziplinen ausgebildet. Eine Frühspezialisierung in einer Sparte ist nicht das Ziel. In der Förderstufe 1 mit Lizenz sind junge Reiter, die bereits im Besitz einer Lizenz sind und schon über Turniererfahrung und Resultate verfügen. Die Förderstufe II entspricht dem Regionalkader. Dieses ist aufgeteilt in Springen, Dressur und CC. Zur Aufnahme in ein Kader muss neben einem Reittest auch ein Sporttest absolviert werden.

Newcomers-Meisterschaft
Ende Jahr wird auch eine am Tag der Jugend stattfindende Meisterschaft nicht fehlen. Die Newcomers-Meisterschaft ist eine Spezialprüfung in zwei Abteilungen mit getrennter Rangierung. Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren, welche die Aufnahme ins Nachwuchsförderprogramm «OKV New­comers» bestanden haben, sind mit dem bei der Sichtung eingesetzten Pony oder Pferd startberechtigt. Spezialbewilligungen für einen Pferdewechsel sind möglich. Die kleine Tour ist für die Teilnehmer der Förderstufe I mit Brevet und Pony, die grosse Tour für die Teilnehmer der Förderstufe II gedacht.

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