Von: Thomas Frei

Brennpunkt: 3/18

Kontingente – Schutz oder Schikane?

Für den Rennsport sind die Herbstauktionen im Ausland wichtig. Kontingente sind dann aber keine mehr vorhanden, die Vollblüter müssen im Ausland bleiben.

Schützen die 3822 Import­kon­tin­gen­te die einheimische Pferdezucht oder behindern sie die Entwicklung des Pferdesports? Während die Anzahl Equiden um zwei Prozent gestiegen ist, verzeichneten Frei­berger und Warmblüter ein Minus. 

Die einheimische Pferdezucht hat einen schweren Stand, obschon sie Grenzschutz geniesst. Der Freiberger steht gegenüber dem Vorjahr mit einem Minus von 37 Pferden da, die Warmblüter büssen laut Agate gar 173 ein. Und dies bei einem Zuwachs der Population von 2190 Tieren auf neu 111421 Equiden. Das eindeutige Ergebnis der KAVALLO-Monatsumfrage in Ausgabe 1/2018 erstaunt deshalb nicht: Gut drei Viertel der eingegangenen Antworten finden die 3822 jährlich zur Verfügung stehenden Kontingente zu tief, weniger als ein Fünftel zu hoch. 

Unbefriedigend am gegenwärtigen Kontingentregime ist aber nicht nur die Anzahl, die Staffelung der 3822 (3000 am 1. Januar und 822 ab 1. Oktober) in zwei Tranchen behindert vor allem die Rennpferdebesitzer, die an den im Herbst stattfindenden Auktionen gerne einkaufen, die Vollblüter aber nicht einführen können, weil ab Mitte Oktober bereits alle Kontingente weg sind. Gegen eine Verkleinerung des Kontingents spricht auch die Tatsache, dass deren Verknappung zu einem wesentlichen Teil auf stark gestiegene Einfuhren von Ponys und Kleinpferden zurückzuführen ist, die – so hielt es auch der Bundesrat in seiner Antwort auf das Postulat Seydoux fest – nicht in Konkurrenz mit Freibergern und Warmblütern stehen.
Die unbefriedigende Situation führte dazu, dass das Bundesamt für Landwirtschaft die interessierten Kreise Mitte Januar zu einer Aussprache eingeladen hatte, um nach einer besseren Lösung zu suchen. Konkrete Beschlüsse wurden keine gefällt, erwartet wird aber eine neue Intervention des Bundesamtes, um eine Verbesserung herbeizuführen. 

Frage des Monats 3/18

Grossartig haben sich die Pferdezüchter in den vergangenen Jahren darum bemüht, mit jeder Generation noch bessere Pferde auf den Markt zu bringen. Davon profitieren wir sehr. Doch wie betrüblich ist es, ein Pferd oder Pony frühzeitig zu verlieren, weil es gesundheitliche Probleme hat.

Deshalb lautet unsere Frage des Monats: Wurde zu wenig auf Gesundheit selektiert und zu viel auf Leistung? 

- überwiegend auf Gesundheit
- zu viel auf Leistung und ­Veranlagung
- ist ausgewogen

Antworten bitte an:
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oder per Formular (Anonym)

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