Editorial: 3/18

Weil’s nur noch Equiden gibt

Erfreuliche Zahlen kann die Schweizer Pferdebranche seit Jahren vorlegen: So wie die Bevölkerung kontinuierlich wächst, hat in den vergangenen Jahren auch die Zahl der Equiden in der Alpenrepublik zugenommen. Lag die Zuwachsrate im ersten Dezenium des 21. Jahrhunderts bei jährlich 4 Prozent, stabilisierte sie sich bei 0,2 Prozent, wie den Kennzahlen der Schweizer Pferdebranche zu entnehmen ist. 111421 Equiden waren Ende 2017 bei Agate gemeldet. Das Ansteigen der Equidenpopulation beruht wie bei der Bevölkerung auf Zuwanderung: Beim Urschweizer Freiberger sank der Bestand im vergangenen Jahr um 37 Pferde auf 18769, bei den Schweizer Warmblütern um 173 auf 13257.

Dramatische Zahlen sind das nicht, was den Freibergerverband dennoch bewog, beim zuständigen Bundesamt für Landwirtschaft eine Reduktion der Importkontingente zu verlangen. In der Annahme, mit mehr Grenzschutz könne der Absatz der Inländer gefördert werden. Doch Agate führt in der Statistik nicht nur Equiden, die nationale Datenbank listet monatlich auch fein säuberlich die Rassenzugehörigkeit von Achal Tekiner bis Zweibrücker auf – Ende 2017 waren 181 verschiedene Typen registriert worden. Und der Blick in diese Liste zeigt, dass nicht die Pferde, sondern andere Equiden wie Ponys, Maultiere und Maulesel mit fast 7 Prozent zum Wachstum beigetragen haben.

Eindrückliche Zahlen, die den Wandel in der Schweizer Pferdewelt belegen und vorab den Freibergerzüchtern die Grenzen aufzeigen. Auch bei schönsten Erfolgen auf internationalem Parkett im Vierspännersport durch Jérôme Voutaz oder steigenden Zahlen am Final. Die Zukunft liegt nicht bei den Rassen, für wachsende Zahlen sorgen Equiden. Der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg weiss dies und führte erstmals eine gemeinsame Hengstkörung für alle von ihm betreuten Rassen durch. 

Thomas Frei
Chefredaktor

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