Editorial: 3/17

Personalisierte Pferdezucht

Muss man uns Pferdefreunde auf die Faszination dieses einmaligen Sportes überhaupt aufmerksam machen? Wie unzählige Generationen vor uns suchen wir aus welchen Gründen auch immer die Partnerschaft zu diesen Tieren. Wir wissen, was wir an ihnen haben, was sie uns geben. Doch ist uns das tatsächlich immer bewusst? Wie verschieden das Pferd unseren Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen nachkommt, zeigt sich in diesem Kavallo bereits im ersten Drittel des Heftes eindrücklich. Im Voltige können sich auf seinem Rücken die weiblichen und männlichen Bewegungskünstler athletisch entfalten. Im Springsport hebt es elegant seine Rückenfracht über 160 cm hinweg. Und beim gemütlichen Tagesritt über die Jurahöhen schenkt es uns ein Stück wiedergefundene Freiheit.  

Dass die Pferdezucht an erster Stelle in dieser Ausgabe kommt, ist kein Zufall. Wie könnten wir unsere Freude mit den Pferden, Ponys und Eseln ausleben, wenn sie nicht gezielt auf unsere Bedürfnisse hin gezüchtet würden? Um all den Ansprüche zu genügen, wie die Statistiken der nationalen Equidenbank Agate vor Augen führen. Zum einen ist der Bestand im vergangenen Jahr um 2000 auf insgesamt 109'231 Equiden angestiegen, zum andern ist die Vielfalt an Rassen und Schlägen zum Nachteil der traditionellen Schweizer Rassen Warmblut und Freiberger noch ein bisschen grösser geworden. 

Das Glück der Erde wird auf den verschiedensten Pferderücken ebenso wie an der Führleine oder im Round Pen gefunden. Personalisierte Pferdezucht wird an Bedeutung gewinnen und hat – wie im Hauptthema zu lesen – Erfolg. Restriktive Kontingentsbestimmungen schützen vor Überfremdung nicht, sie sorgen nur für Unmut an der Grenze. Pferde werden von wenigen mit dem Kopf gekauft, mehrheitlich gibt das Herz den Ausschlag. Und das ist gut so.

Thomas Frei
Chefredaktor

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