Von: Daniela Kammermann und Michel Studer

Kavallino: 1-2/17

In die Zukunft mit Pferden

Die Neugier ist während des Rundgangs durch das NPZ bei Zwei- und Vierbeinern gleich gross.

Die Gelegenheit, sich selber auf ein Pferd zu setzen, wollten sich die jungen Besucher nicht entgehen lassen.

Andrea Bichsel, Tiermedizinische Praxisassistentin und Organisatorin des Zukunftstages, erklärt die Kuranstalt.

Endlich ist es so weit: unterwegs zur Reithalle, wo Reiten auf dem Programm steht.

Es war ein unvergesslicher Tag – das gemeinsam erstellte Kunstwerk drückt alles aus.

Was möchte ich einmal werden? Eine Frage, die sich alle Jugendlichen während ihrer schulischen Laufbahn stellen. Die Arbeit mit und rund um das Pferd erfreut sich grosses Interesses. Am Nationalen Zukunftstag hat deshalb auch das NPZ seine Türen für Kinder und Jugendliche geöffnet

«Hast du das Pferd gesehen?» «Schau mal den!» «Das ist aber ein schönes Pferd …» Beim Rundgang über das NPZ-Gelände blieb so mancher Kindermund offen stehen, denn über die vielen Pferde und ihre Grösse konnten viele nur staunen. 28 Mädchen und ein Junge im Alter von 10 bis 13 Jahren wollten verschiedene Berufe rund ums Pferd kennenlernen und konnten es kaum erwarten, bis endlich die Mütter und Väter gingen und in den Zukunftstag eingetaucht werden konnte. 

Aufenthalt in der «Kuranstalt»
In der «Kuranstalt» erklärte Andrea Bichsel den Beruf der Tiermedizinischen Praxisassistentin. Die jungen Besucher durften miterleben, wie man einen Patienten vorbereitet, um eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Es wurde ganz still, als ihnen der Tierarzt erklärte, was sie da auf dem Monitor alles sahen. Sofort kam Ihnen das Skelett in den Sinn, welches sie auf dem Rundgang gesehen hatten. Im Anschluss erklärte ihnen der Cheftierarzt bildlich den Ausbildungsweg zum Tierarzt.

Nach einer kurzen Pause folgte der Besuch beim Hufschmied – auch diesen Beruf kann man ab 2017 im NPZ lernen. Mit Hammer und Nägeln zeigte dieser, wie ein Pferd zu seinen Eisen kommt. Jeder Teilnehmer durfte anschliessend ein Hufeisen nach Hause mitnehmen. Auf die Frage, wie man ein Hufeisen richtig aufhängt, kam sofort die Antwort: -«Logisch, die Öffnung nach oben – damit das Glück nicht hinausfällt!» 

Mit zwei Pferdestärken vor der Kutsche ging es noch vor dem Mittagessen auf eine spannende Fahrt mit dem Team aus dem Fahrstall. «Hast du gesehen, wie die beiden Pferde arbeiten müssen?» war öfter hinten auf der Kutsche zu hören. Nach der Rückkehr bekamen die beiden Pferde zum Dank etliche Streicheleinheiten der Kinder.

Beruf mit früher Tagwache
Ein Traum vieler der pferdebegeisterten Jugendlichen war die Ausbildung zur Pferdefachfrau / zum Pferdefachmann mit Richtung Klassisches Reiten respektive Pferdepflege. Wie man dieses Ziel erreichen kann, wurde den Kindern am Nachmittag erzählt. Dabei wurde ihnen aber auch bewusst, dass der Beruf nicht nur Reiten beinhaltet: «Aha, Misten gehört auch dazu und so früh muss man aufstehen. Das habe ich nicht gewusst!» Danach sahen sie auch noch die praktische Arbeit mit den Pferden, welche von den NPZ-Lehrlingen und Bereitern demonstriert wurde.

Endlich im Sattel
«Juhui … endlich reiten!» Mit den Reit- und Velohelmen ging es anschliessend zum Stall. Aber als Erstes mussten die Pferde und Ponys ausgiebig gestriegelt und auf Hochglanz poliert werden. Danach ging es in die Reithalle zum Reiten – Teamarbeit war angesagt, einer führte und der andere ritt. Am Schluss wurden die vierbeinigen Helfer abgesattelt, gestriegelt und in ihre Box zurückgestellt. Zur Belohnung erhielten sie einige Pferde-Leckerli.

Als sich das Ende des Tages näherte, konnten sich die Kinder kaum von den Pferden lösen. «Wir wollen noch den beiden Minishettys Tschüss sagen!» Nachdem auch dieses erledigt war, wurde den wartenden Müttern und Vätern sofort erzählt, was alles an diesem Tag erlebt wurde. Die Organisatorin des Zukunftstages, Andrea Bichsel, war begeistert: «Den Tag mit dieser aufgeweckten Kinderschar zu verbringen, hat grossen Spass gemacht!»

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