Brennpunkt: 1-2/17

Nur über eine frühe Sozialisierung

Seit Längerem sind Vorstandssessel beim PNW unbesetzt, was für Präsidentin Regula Estermann die Zukunft des Regionalverbandes gefährdet.

Wer ab dem 1. Januar 2017 an SVPS-Veranstaltungen teilnehmen will, muss einem Verein angehören. Das Echo aus der KAVALLO-Leserschaft dazu ist eindeutig:  3 von 4 Antworten geben an, dass dies für die Entwicklung des Pferdesports hemmend ist.

Neu ist der Beschluss der Mitgliederversammlung des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport (SVPS) nicht, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer an unter der Aufsicht des SVPS stehenden Prüfungen Mitglieder in einem Verein sein müssen. Diese Pflicht bestand schon früher einmal: Wer eine Lizenz lösen wollte, musste auch zwingend einem Verein angehören.  Diese Zugehörigkeitspflicht schien nicht mehr zeitgemäss und wurde abgeschafft – mit immer gravierenderen Folgen. Auch wenn es plausible Gründe für die Zwangsmitgliedschaft gibt, kommt dieser Entscheid bei der KAVALLO-Leserschaft nicht gut an. Lediglich einer von vier Lesern bejaht die Monatsfrage, die wissen wollte, ob die obligatorische Vereinsmitgliedschaft für die Entwicklung des Pferdesports förderlich sei.

Geforderte Vereine
Um Mitglieder zu kämpfen haben nicht nur Reitvereine – Mitgliedschaften in Vereinen sind im 21. Jahrhundert ganz allgemein nicht mehr gefragt. Für einmalige Anlässe mag man sich noch engagieren, statutarisch festgelegte und regelmässig wiederkehrende  Verpflichtungen dagegen scheinen nicht mehr in unsere Zeit zu passen.  Hinzu kommt, dass sich die Pferdewelt heute ganz anders zusammensetzt als noch vor 30 Jahren. Der soziale Kontakt unter seinesgleichen lässt sich heute im Reitstall finden und nicht mehr vorwiegend in der Vereinsreithalle, wo man sich wöchentlich zum Reitkurs getroffen hat. Was aber können die Vereine unternehmen, um bei den Pferdesportlern aus der Region so attraktiv zu sein, dass die Mitgliedschaft zum absoluten Muss avanciert? 

Das Problem mit der Vereinsabstinenz besteht auch in Deutschland, wo die Reiterliche Vereinigung das Merkblatt  «Mein Hobby – mein Verein – mein Sprungbrett» kreiert hat. Der Flyer gibt Tipps und Ratschläge an die Vereine, wie Mitglieder gewonnen werden können, und streicht die Vorteile heraus, die einem bei der Übernahme eines Ehrenamtes erwachsen. Wichtig scheint auf jeden Fall, dass junge Vereinsmitglieder nur dann rekrutiert werden können, wenn man sie schon im Grundschulalter erreicht, um mit der «Sozialisierung im Verein» möglichst früh beginnen zu können.

Frage des Monats 01-02/17

Ist das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten rund ums Pferd qualitativ und quantitativ gross genug?
qualitativ - ja / nein
quantitativ -  ja / nein

Antworten bitte an:
per E-Mail an Redaktion KAVALLO | redaktion@kavallo.ch
oder per Formular (Anonym)

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