Von: Tamara Acklin

Kavallino: 08/16

Vier Jahre im Sattel und schon Champion

«Happiness ist meine Prinzessin!», drückt Alessio Randone seine Beziehung zur 13-jährigen Stute aus.

Unterwegs zum Sieg: Nach dem Erfolg in der Junioren-Meisterschaft siegt Alessio Randone mit Happiness auch in der nächsten Prüfung.

Die Randone-Brüder helfen sich an den Prüfungen gegenseitig: Davide (auf dem Pferd) und Alessio.

Alessio Randone ist 16 Jahre alt und kommt nach den -Sommerferien in die dritte Sekundarstufe in Oerlikon. Seit vier Jahren reitet er und gewann an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft in Bülach Gold mit Happiness.

Der Sieg in der Junioren-Meisterschaft war nicht geplant, mitmachen und in allen drei Disziplinen gut abschneiden war eigentlich das Ziel. In Dübendorf bestätigte Alessio Randone mit der 13-jährigen Stute Happiness die Medaille: Den 1. Platz in der Dressur mit 52,5 Punkten verteidigte er mit einem fehlerfreien Springen und Cross souverän.

Seit wann reitest du?
Erst seit vier Jahren.

Wie kamst du zum Reitsport, was motivierte dich?
Ich war oft mit meinem älteren Bruder Davide unterwegs auf Pferdesport-Turnieren, das hat mir imponiert und gefallen, so kam ich selbst dazu.

Wieso reitest du CC? Was gefällt dir daran?
Beim Concours Complet ist mit den drei Disziplinen von allem etwas dabei. Man hat eine sehr starke Bindung zum Pferd, das finde ich wichtig.

Wer ist dein reiterliches Vorbild?
Früher war es nur mein Bruder Davide. Unterdessen habe ich Frank Ostholt kennengelernt, der ein junges Pferd von uns ausgebildet hat. Er ist nebst Davide mein Vorbild – sein Umgang mit den Pferden, wie er mir ihnen arbeitet, gefällt mir.

Hat dein Bruder Davide, der schon an Junioren- und Junge-Reiter-Europameisterschaften im CC teilgenommen hat, deine Reitkarriere beeinflusst?
Ja. Ich ging immer mit ihm mit auf Turniere. Ohne ihn hätte ich nicht zu reiten begonnen. Wenn ich Fragen habe, kann ich jederzeit zu ihm gehen und ihn um Rat fragen. Er hilft mir beim Geländetraining und an Turnieren insbesondere bei der Geländebesichtigung. Er hilft mir weiterzukommen.

Du reitest seit rund zwei Jahren das EM-Pferd Happiness deines Bruders. Wie kam es dazu?
Davide wuchs raus, wurde zu kräftig und gross, daher passte es nicht mehr so gut. Er wollte Happy aber nicht einfach weitergeben, sondern sie mir zur Verfügung stellen. Er war überzeugt, dass wir ein gutes Paar werden. Dieser Meinung waren zwar nicht alle, aber er glaubte an uns und es kam ja auch gut.

Hilft dir Davide bei deiner Reitausbildung?
Ich habe einen Dressur- und einen Springtrainer, aber Davide hilft immer auf dem Turnier und im Geländetraining. Er erklärt mir stets, warum etwas so ist, worauf ich achten und weshalb ich welche Hindernisse wie anreiten muss.

Wie sieht deine Reitwoche aus?
Ich reite täglich. Einmal in der Woche habe ich Dressurunterricht und einmal eine Springstunde. Je einmal gehe ich aus-reiten und longiere Happy. An den anderen drei Tagen reite - ich für mich und übe selber.

Es ist immer toll, wenn man von einem erfahrenen Pferd profitieren darf. Was macht Happiness besonders gut, wo sind eure Stärken, wo habt ihr noch Schwächen?
Unsere Stärken liegen klar im Cross. Happy hilft stets. Sie ist manchmal etwas hibbelig, wie ich auch, dann müssen wir schauen, dass wir beide wieder runterkommen. Sie hat immer Freude, wenn sie weiss, dass es auf Turnier geht. Sie ist zwar nicht immer die Einfachste, aber für mich ist sie meine Prinzessin.

Du bist letztes Jahr in der Kategorie B1 gestartet und hast dieses Frühjahr eine B2 und eine B3 geritten. Danach stand bereits die Junioren-SM auf dem Plan. Mit welchem Ziel hattest du in Bülach teilgenommen und wie verlief das Turnier?
Es war nicht das Ziel zu gewinnen, sondern mitzumachen und alle drei Disziplinen möglichst gut zu absolvieren. Nach der Dressur lag ich im 2. Zwischenrang. Daran hatte ich viel Freude, wie uns diese gelungen ist. Im Springen lief es dann nicht so gut. Nach dem ersten Stangenfehler hatte ich die Nerven verloren und daraus resultierten weitere Fehler. Danach wollte ich noch sauber durchs Gelände kommen, was wieder super geklappt hat.

Was bedeutet dir dieser Meistertitel?
Es ist mein erster Titel, an dem ich Freude habe, aber es kommen weitere Turniere und ich schaue bereits vorwärts und bereite mich auf die nächste Herausforderung vor.

Was hat dir am meisten geholfen auf deinem Weg nach oben?
Dass meine ganze Familie inklusive meiner Oma Karin hinter mir stand und dass ich mich sehr gut mit meinem Pferd -verstehe. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei ihnen allen herzlich bedanken.

Wie sehen deine weiteren Pläne mit Happiness aus?
Ich möchte mich für internationale Turniere qualifizieren, also die entsprechenden Resultate an nationalen Prüfungen erzielen. Für Happiness ist das Wichtigste, dass sie gesund bleibt und ich noch lange mit ihr Erfahrungen sammeln kann.

Was sind deine sportlichen Ziele im Reitsport?
Immer etwas dabei zu sein und mich zu steigern.

Wo siehst du dich in ein paar Jahren?
Ich hoffe, noch immer mit Pferden. Es wäre schön, wenn ich auch mal ein Vorbild von jemandem sein würde. Ich möchte beim Reitsport bleiben und immer besser werden. Dabei sein ist das Wichtigste.

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