Editorial: 11/15

Pferd am Kopf aufzäumen

Der unumstössliche Grundsatz, Pferde ausnahmslos am Kopf aufzuzäumen, ist nicht nur unter dem Pferdevolk bekannt. Dass Pferde nicht beim Schwanz aufzuzäumen sind, ist eine altbekannte unsd allgemein verständliche Redensart. Das vom Schweizerischen Verband für Pferdesport organisierte Forum Ausbildung bewegte sich aber oft im Bereich der Hinterhand und nicht vorne am Kopf. Denn eigentlich fehlt es nicht an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, mit den am Forum präsentierten Angeboten lässt sich eine recht gute Horsemanship erreichen. Ein grosser Teil der geschätzten 200000 PferdesportlerInnen in unserem Land scheint sich dafür aber nicht zu interessieren.     

Was für Leute das sind, ist auch nach dem Forum nicht bekannt, vertreten waren sie nicht und wurden auch nicht vom Schweizerischen Freizeitreiterverband repräsentiert; selbst ihm scheint es nicht möglich, selbstgefällige Pferdeleute für Weiterbildung zu motivieren. Die über 170 bei Agate registrierten Pferderassen könnten eher weiterhelfen. Ganz nach dem Motto: Zeige mir dein Pferd und ich sage dir, wer du bist.    

Der Pferdeausweis für alle wird kaum abzuwenden sein. Pferde würden sich gegen obligatorische Weiterbildung wohl am allerwenigsten wehren. Sie leben schliesslich bedeutend komfortabler, seit die Haltung gesetzlich geregelt ist. Wäre ein Mindestmass an Wissen verlangt,  um sich ein Pferd oder Pony halten zu dürfen, würden sie am meisten profitieren. Für eine bessere Ausbildung von Pferd und Mensch setzen sich Pferdefreunde seit Generationen ein. Der Verkaufserlös des vor über hundert Jahren erschienenen Büchleins «Der Pferdepfleger» beispielsweise wurde zur «Organisation und Förderung der nationalen Pferdepflege» verwendet. 

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