Von: Hans-Ueli Früh

FIORENTINO: 10/15

Es kam noch schlimmer mit Fiorentino

Der Auftritt auf dem August-Blatt des Scala-Jahreskalenders sollte Fiorentinos letzter werden: Eine nach der Kastration aufgetretene Kolik schädigte seine Organe so sehr, dass er eingeschläfert werden musste.

Schon die Tatsache, dass Fiorentino sein Renndebüt auf das nächste Jahr verschieben musste, lastete schwer auf den Scala-Leuten. Man wollte sich aber in Geduld üben und umso länger die Spannung «Was wird Fiorentino im Rennen zeigen?» aufrechterhalten. 

Es sollte aber alles anders kommen. Die Pause, die uns Fiorentinos Verletzung aufzwang, wollten wir nutzen, um ihn zum Wallach zu machen, da er mittlerweile nicht mehr so ruhig neben Stuten in seiner Box stehen wollte. Dieser Eingriff, keine allzu grosse Sache, verlief gut.

Doch kurz darauf stellte sich eine Kolik ein, die immer heftiger wurde und eine Überführung ins Tierspital Bern erforderte. Dort wurde Fiorentino operiert. Auch jetzt erhielten wir (vermeintlich) guten Bericht aus der Klinik mit kleinen Einschränkungen. Alles nur eine Sache der Zeit, dachten wir. Zur Hebung der Moral besuchten Tim Bürgin und seine Frau Morgane Fiorentino im Tierspital. Er sei zwar schon down gewesen, meinte Morgane, aber Fiorentino habe Tim erkannt (schliesslich arbeiteten die beiden acht Monate tagtäglich miteinander) und sich offensichtlich über den Besuch gefreut.

Das war die letzte positive Meldung. Fiorentinos Zustand verschlimmerte sich dann zusehends. Am 26. August wollten die Tierärzte nochmals operieren – aber da waren Fiorentinos Organe schon so geschädigt, dass an ein Weiterleben nicht mehr zu denken war.

Die grossen und die kleinen Fiorentino-Fans mussten zur Kenntnis nehmen, dass nicht alle Wünsche und Hoffnungen erfüllt werden. So strahlte Fiorentino zwar bei einigen Scala-Leuten noch als unser Pferd des Monats August vom Scala-Kalender, doch in Wirklichkeit war sein Lichtlein erloschen. 

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