Editorial: 8/15

10000 Holzpferde für die erste Berührung

«Pferde für unsere Kinder» lautet der Slogan einer in Deutschland lancierten Initiative. Ziel der in diesem Kavallo vorgestellten Aktion ist, dem abnehmenden Kontakt von Kindern und Jugendlichen mit Pferden zu begegnen. Und das ausgerechnet bei unserem nördlichen Nachbarn, den wir gerne als Pferdeland schlechthin betrachten. Doch offensichtlich haben Branchenkenner festgestellt, dass das Pferd zunehmend aus dem Bewusstsein der Gesellschaft verschwindet. Aufgeschreckt durch diese Entwicklung, beginnt man sich über die Zukunft des Pferdes in unserer Gesellschaft Gedanken zu machen. Gratis sollen als Gegenmassnahme in den kommenden Jahren 10000 Holzpferde an Kindergärten gehen, um erste Berührungen zwischen Kind und Pferd zu ermöglichen.   

Über die Stellung des Pferdes in der Gesellschaft macht man sich auch diesseits des Rheins Gedanken. Michael Hässig, seit 200 Tagen Präsident des Regionalverbandes OKV, spricht im «Kopf an Kopf» in dieser Ausgabe die Positionierung des Pferdes in der Öffentlichkeit ebenfalls an und stuft sie derzeit als grösste Herausforderung für die Branche ein.   

Ein Rückgang des Bestandes wie vor gut 50 Jahren, als das Pferd vom Motor verdrängt wurde, ist zurzeit (noch) nicht zu beklagen. Den Verlust des über Generationen hinweg besetzten Arbeitsplatzes konnte es im Freizeitbereich in steigendem Masse kompensieren. Dass das Pferd an unserer Seite in immer wieder neue Aufgaben hineinwachsen kann, lässt sich auch in der weltweit einmalig dokumentierten Geschichte der Pferdezucht und -haltung im Kloster Einsiedeln ablesen. Die Faszination Pferd hat über Tausende von Jahren nicht nachgelassen. Sich für seine Stellung in der Öffentlichkeit einzusetzen, ist eine Aufgabe für alle.

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