Von: Hans-Ueli Früh

FIORENTINO: 8/15

Und das Warten dauert an

Vorläufig bleibt es beim Blick aus der Ferne: Für die Rennbahn ist Fiorentino noch nicht weit genug gefördert.

In der Arbeit zeigt sich Fiorentino manchmal noch recht übermütig, kann auch zu einem Seitensprung ansetzen und den Reiter aus dem Sattel katapultieren.

Tim Bürgin schulte sein Gefühl für junge Pferde während seiner Lehrzeit in Chantilly bei Paris.

Aus dem ins Auge gefassten ersten Auktionsrennen in Köln wird nichts – Fiorentino ist noch nicht so weit. Debütieren soll er zudem ohnehin zuerst noch in der Schweiz.

Das Warten dauert an, das Warten auf das erste Rennen von Fiorentino. Das ist vielleicht nicht ganz so schlimm wie das Warten auf Godot! Aber immerhin. Soeben mussten wir das erste BBAG-Auktionsrennen in Köln streichen – es komme zu früh für Fiorentino, meinte unser Trainer Guy Raveneau. Nun hoffen wir, dass Fiorentino für das Rennen in Düsseldorf am 12. September 2015 bereit sein wird. 

Wir hatten eben gehofft, im ersten Rennen Anfang August seien noch nicht so viele Pferde bereit – leider gehört unser Fiorentino auch zu denen. Vor seinem Auslandstart muss er aber erst mal in der Schweiz debütieren, am liebsten in Avenches, wo er die Umgebung und die Bahn kennt. Apropos «Bahn kennen»: In Avenches darf gar nie auf der Flachbahn trainiert werden – einzig einmal pro Woche darf auf der Hindernisbahn auf Gras geübt werden. Zweimal fuhr ich deshalb nach Avenches, um coole Fotos von Fiorentino auf der «Rennbahn» machen zu können. Umsonst, denn die Hindernisbahn kann gar nicht wie die Flachbahn bewässert werden und so war der Boden dank des schönen Wetters viel zu hart. So entstanden halt die neusten Fotos wieder auf der Trainingsbahn. Zu spektakulären Fotos wollte ich für Kavallo kommen. Und es hätte auch geben können, wenn ich denn bereit gewesen wäre. Rot und weiss ärgerte ich mich, als Tim Bürgin in hohem Bogen aus Fiorentinos Sattel flog und in guter «Frankie-Dettori-Magic-Flight»-Manier auf den Füssen landete. So waren letztlich nur die lachenden Guy Raveneau, Tim Bürgin und Fiorentino im Bild. Das sei ihnen schon lange nicht mehr passiert, meinte Tim zu Fiorentinos Seitensprung.

Fiorentino lernt aber nicht nur immer mehr, was seine eigentliche Aufgabe ist, einmal Rennen zu laufen. Mittlerweile findet er das Duschen nach dem Training ganz angenehm, was bei diesen Temperaturen ja auch nicht verwunderlich ist.

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