Von: Hans-Ueli Früh

FIORENTINO: 7/15

Mit Lernwillen und Ehrgeiz

Wie ich dir, so ich dir oder zufriedene gegenseitige «Fellpflege».

Bereits jetzt zeigt Fiorentino im Training viel Siegeswillen. Doch vorerst muss der Fuchshengst lernen, die Anweisungen seines Reiters Tim Bürgin zu akzeptieren. Einfach scheint das nicht immer zu sein.

So – jetzt kommt Fiorentinos Rennvorbereitung in die letzte Phase und wir Züchter und Scala-Leute hoffen immer intensiver, dass der Trainer sagt: «Ja, Fiorentino ist bereit!» Gottseidank ist unser Trainer Guy Raveneau geduldiger als wir. Bald wird Fiorentino die Startboxenprüfung machen müssen wie seine Vollschwester Florice, die sie mit Bravour bestanden hat. So sehen wir auch bei Fiorentino diesem Test sehr zuversichtlich entgegen.

Fiorentinos Training besteht aus sich kontinuierlich steigernden Anforderungen in Geschwindigkeit und Taktik. Vor allem muss Fiorentino lernen, genau das zu machen, was sein Trainer Guy Raveneau von ihm verlangt und für seine weitere Entwicklung für gut hält. Die Anweisungen des Trainers umzusetzen, ist dann die Aufgabe des Reiters Tim Bürgin. Doch oftmals spürt Tim, dass Fiorentino mit dem Akzeptieren der Kommandos etwas Mühe hat, lieber schneller galoppieren oder das Führpferd gar überholen möchte. In solchen Fällen muss der Reiter viel Geschick zeigen: Wohl muss er Fiorentino zügeln und unter Kontrolle behalten, ohne ihm jedoch den Siegeswillen zu nehmen – den wollen wir ja schliesslich im Rennen sehen! Einige Male hat Tim ihn nun mit mehr Abstand zu reiten gehabt, sodass ein Überholen nicht mehr drin lag. 

Fiorentino hat in den gesteigerten Trainingseinheiten der vergangenen Wochen Kilo um Kilo von seinem Babyspeck verloren und nähert sich mit seinem Körpergewicht immer mehr dem Wettkampfgewicht. Das hört sich allerdings leichter an, als es ist. Doch auch dafür hat der Trainer seine eigenen bewährten Methoden. Trainer und Reiter sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit Fiorentinos Entwicklung. Gewachsen ist er auch; bis er so gross ist wie Black Shine, sein Führpferd, fehlt auf jeden Fall nicht mehr viel. 

Auch wenn Fiorentino manchmal mit den Anweisungen seines Reiters etwas Mühe zu haben scheint, ist das Verhältnis zwischen Zwei- und Vierbeiner sehr kameradschaftlich. Gar zum Fressen gern muss Fiorentino Tim haben, wenn er nach der Arbeit während der Dusche an Tims Jacke herumknabbert. All seine kleinen Flausen hat er aber ohnehin noch nicht ganz abgelegt. Biegt nach der Arbeit Black Shine beispielsweise links ab, kann es sehr wohl vorkommen, dass Fiorentino das keine gute Idee findet und einfach stur geradeaus weiter­gehen will. Da braucht Tim jeweils schon einen Moment, um Fiorentino wieder auf den «richtigen» Weg zurückbringen zu können.

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