Editorial: 3/15

Ein Pferdchen wär’ mein Paradies

Was vor Jahrzehnten schon inbrünstig gesungen wurde, ist bis heute nicht verstummt. Ein Pferdchen ist für viele von uns noch immer ein Paradies, wie die nach wie vor steigenden Pferdezahlen in der Schweiz bestätigen. Pferde sind eben überall, wo Menschen waren, sind und sein werden. Haben die einen das Glück, mit ihnen aufwachsen zu können, treten andere wiederum erst nach Jahren an sie heran. Aus verschiedensten Beweggründen heraus, wie sich mittlerweile über differenzierte Analysen herausgestellt hat. Mit ihrer Körperkraft müssen Pferde heute nur noch wenigen den Lebensunterhalt sichern. Dagegen wenden Pferdefreunde viel dafür auf, ihrem Pferd den Lebensunterhalt zu sichern.

Wenn der Pferdewunsch in der Bevölkerung nach wie vor gross ist, müsste der Nachfrage wegen die Pferdezucht eigentlich auch florieren. Die Statistiken allerdings zeigen ein anderes Bild: Die Abnahme der Fohlengeburten ist offensichtlich und die Verunsicherung bei den Züchtern gross, ob diese schöne Passion weiterhin gepflegt werden soll oder nicht – bei steigendem Pferdebestand müsste der Absatz schliesslich ausgewiesen sein.

Welches Pferdchen bedeutet denn aber das Paradies? Wer einen Blick auf die Statistiken der nationalen Equidendatenbank wirft, erkennt auf den ersten Blick, über welchen Rassenmix die helvetische Alpenrepublik heute verfügt. Bei allen Vorbehalten gegenüber den bei Identitas aufgeführten Bezeichnungen – die Equidenvielfalt ist 2014 gegenüber dem Vorjahr nochmals um rund fünf Prozent gestiegen und führt von Achal-Tekkiner bis Zweibrücken 173 «Rassen» an. Mit dieser Entwicklung werden sich alle Züchter auseinandersetzen müssen. Ein Pferd ist eben nicht einfach ein Pferd, jedes Pferdchen kann aber sehr wohl das Paradies bedeuten.

Thomas Frei
Chefredaktor

Kavallo Ausgabe 3-15 durchblättern »

 

 

 

Drucken