Editorial: 12/17

Kontingente helfen dem Freiberger nicht

Der Freiberger Lasting hat es mehr als verdient, in dieser Ausgabe portraitiert zu werden. 19-jährig und kein bisschen müde zeigte sich der Schleifenopa an der Schweizermeisterschaft der Fahrer und gewann mit seinem Fahrer Leo Risch die Goldmedaille. Hervorzuheben ist allerdings nicht nur der Titelgewinn, nicht weniger erwähnenswert sind die zwölf Jahre, die Lasting mit Leo Risch im In- und Ausland an den Start geht. Ein Rücktritt ist für den Hengst auch kommendes Jahr nicht geplant – ein Workaholic wie Lasting sei eben nicht so einfach zu pensionieren.

Lasting steht als Werbeträger der Freiberger nicht alleine da. Nesque holte letztes Jahr sogar Gold an der WM der jungen Fahrpferde und die vier Braunen von Jérôme Voutaz waren an der EM 2017 in Göteborg im Gelände und im Hindernisfahren nicht zu schlagen. Der Schweizerische Freibergerverband schlägt dennoch Alarm und sieht die Existenz der Rasse bedroht. Obwohl dieses Jahr die Population um gut drei Prozent anwuchs und die Teilnehmerzahlen am FM National nach oben gingen, sieht er die Rasse bedroht.

Dunkle Wolken über dem Freibergerhimmel kann der Schweizer Bundesrat dagegen nicht ausmachen, sondern freut sich in seiner Antwort auf ein eingereichtes Postulat über die wachsende Beliebtheit der einheimischen Rasse, die er jährlich mit stolzen zehn Millionen Franken unterstützt. Kein Verständnis zeigt der Bundesrat zudem für die Forderung des Freibergerverbandes, die ohnehin nicht ausreichende Zahl an Importkontingenten pro Jahr von 3822 auf 3322 Pferde zu senken. Zu Recht, denn ob aufgrund dieser Protektion ein Markt für zusätzlich 500 Freiberger geschaffen würde, ist nicht anzunehmen. Denn wer 15000 Franken und mehr pro Jahr für einen Vierbeiner ausgibt, hält sich sein Traumpferd, wie die Agate-Statistik mit über 180 Rassen zeigt.

Thomas Frei
Chefredaktor

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