Von: Patrizia End | dipl. Tierhomöopathin SHI, Homöopathie für Tiere

Ratgeber: 8/17

Homöopathie | Verhornte Talgdrüsen – was tun?

Verhärtete Talgdrüsen in der Sattellage sind ärgerlich, auch wenn sie meistens lokal begrenzt und schmerzarm sind. Foto: kav

Meine Friesenstute Tanja hat verhärtete kleine Stellen auf dem Rücken direkt in der Sattellage. Ich habe schon mit verschiedenen Salben versucht, sie aufzuweichen und wegzubekommen. Das half aber nur kurzfristig. Gibt es noch andere Möglichkeiten, welche ich versuchen könnte? P. K. in S. 

Bei kleinen harten Erhebungen in der Unterhaut handelt es sich meist um verhornte Talgdrüsen. Diese kommen in der Regel am Rumpf (Sattellage), im Bereich des Sattelgurtes und am Hals vor. Selten an anderen Stellen. Sie sind lokal begrenzt, schmerzarm und stören das Pferd meist nicht. Solche Talgdrüsen­verhärtungen entstehen oftmals durch einen schlecht sitzenden Sattel. Daher ist eine Überprüfung des Sattels durch eine Fachperson unerlässlich und sollte als erste Therapiemassnahme in Angriff genommen werden.
Wer eine genaue Diagnose haben möchte, kann eine Hautbiopsie machen lassen. Der Nachteil ist jedoch, dass die Heilung der Biopsie-Stelle lange dauern kann. Teilweise wird auch eine chirurgische Entfernung der Talgdrüsen vorgenommen. Häufig entstehen danach aber Wundinfektionen und die Rezidivrate ist hoch, da die Verhärtungen einfach an anderen Stellen wieder entstehen.
Die innerliche Verabreichung der homöopathischen Arznei Bellis perennis hat sich bewährt. Das Gänseblümchen wird unterschätzt. Es wird beim Gehen auf Wiesen zertreten, aber gedeiht dennoch überall. Man kann sich also merken, dass die Arznei immer dann zum Einsatz kommt, wenn Verletzungen unter solchen Bedingungen entstehen. Bellis wirkt daher bei durch Reibung entstandenen Wunden, was bei Satteldruckstellen das Hauptproblem ist. Im Weiteren wird das Gänseblümchen bei Folgen von Operationen an tiefliegendem Gewebe mit Schmerzen (z. B. Kolik-Operation, Kaiserschnitt) eingesetzt. Bellis wird auch als das «Arnica der Gebärmutter» bezeichnet. Es fördert die Rückbildung nach der Geburt, besonders bei grossen Fohlen.
Bellis ist ebenfalls zur äusserlichen Anwendung gut geeignet. In Tinkturform verdünnt mit Wasser oder als Wickel aus einem frischen Brei der Blüten beruhigt es die Haut bei Entzündungen, Pickeln und ähnlichen Bildern.

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