Von: Patrizia End | dipl. Tierhomöopathin SHI, Homöopathie für Tiere

Ratgeber: 6/17

Homöopathie | Mauke weg – Motivation besser

Ein von Mauke befallenes Hinterbein. Wird nicht schnell behandelt, kommt es zu einem chronischen Verlauf.

Saskia, eine neunjährige Haflingerstute, ist seit 14 Tagen an Mauke erkrankt. Mauke ist eine entzündliche Hauterkrankung, welche hauptsächlich in den Fesselbeugen lokalisiert ist. Feuchtigkeit (Einstreu, Weide), dichter Kötenbehang oder übertriebener Einsatz von Fellspray sind häufige Auslöser.
L. P. in V.

Frau P. meldete sich telefonisch bei mir und wünschte eine homöopathische Behandlung, weil die herkömmlichen Methoden und Mittel bisher nicht geholfen haben. Saskia lebt in einem Offenstall mit sechs anderen Pferden. Ich fand die beiden beim Putzplatz und nahm mit der Stute Kontakt auf. Sie beschnupperte mich freundlich und durchsuchte anschliessend aufdringlich meine Jacke nach Leckerlis. Es war ihr anzusehen, dass sie gerne frisst. Frau P. erzählte mir, dass sich die Mauke langsam entwickelt habe. Die Gruppe kam nach den Wintermonaten jeden Tag für ein paar Stunden auf die Weide. Durch das regnerische Wetter war diese relativ feucht. Das könnte der Auslöser für die Entstehung der Mauke sein. Nur die Hinterbeine waren betroffen, die linke Seite zudem etwas stärker als die rechte. Die Randstellen waren eher hart und verhornt, in der Mitte dagegen feucht aufgrund eines klebrigen Sekrets. Schmerzen schien Saskia keine zu haben.

Rangtief und immer hungrig
Als ich Frau P. nach dem Charakter von Saskia fragte, schmunzelte sie. Saskia sei alles andere als ein Arbeitstier. Sie sei immer faul und müsse stark motiviert werden sich zu bewegen. Fressen gehöre zu ihren liebsten Tagesbeschäftigungen. Aggressiv sei sie nie, stur hingegen sehr. In der Gruppe nimmt sie einen rangtiefen Platz ein und hält sich bei Streitigkeiten der anderen zurück. Auffällig war, dass Saskia immer noch eine Decke trug. Als ich Frau P. darauf ansprach, erzählte sie mir, dass ihre Stute schnell friere. In der kalten Jahreszeit brauche sie trotz Winterfell eine Decke, ansonsten würde sie schlotternd im Stall stehen.

Wahl der Arznei
Für die Wahl der homöopathischen Arznei werden die Charaktereigenschaften, das Verhalten sowie die lokalen Symptome berücksichtigt. Aufgrund der durch die Fallanamnese erhaltenen Informationen wählte ich das Mittel Graphites. Saskia erhielt eine einmalige Gabe vor Ort. Zusätzlich empfahl ich der Besitzerin Waschungen mit Ringelblumentee und das anschliessende Bestreuen der Wunden mit Heilerde. Bereits am nächsten Tag berichtete Frau P. freudig, dass sich eine Kruste abgelöst habe und die Stellen trocken seien. Bei der Nachkontrolle acht Tage später hatten die Haare bereits wieder zu wachsen begonnen und es war kaum noch etwas zu sehen. Einen Monat später kam die Nachricht, dass Saskia energievoller und motivierter bei der Arbeit sei. Das Mittel wirkte somit auf die lokale Erkrankung und das Gemüt.

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